Mittwoch, 11. April 2018

Meine erste selbst genähte Jeans.....

Wow, was soll ich sagen.... Ja, ich habe es auch geschafft und habe mir eine Jeans selbst genäht. Damit habe ich im Entwicklungsstadium der Hobbynäherin wohl quasi den Olymp erreicht.

Und mit Hose meine ich nicht einfach nur vier zusammengenähte Hosenteile mit Gummizug, sondern so eine wirklich echte Hose mit Knopfleiste, Untertritt, Taschen,  Bündchen und Gürtelschlaufen. 

Das hört sich nach einer Menge Schnitteile und technischer Raffinesse an. Ist es aber gar nicht. Gut, es sind schon ein paar Schnitteile mehr, als bei einem Shirt oder einem Sweater. Aber selbst ich, als zugegebenermaßen echter  Neuling in der Hosennäherei, fand die Anzahl und die Zusammensetzung der Schnittteile für diese Jeans überschaubar und zusammenhängend.




Aber was ist dieser ganze technische Kleinkram im Vergleich zu der Erkenntnis , mein Hintern passt dort perfekt rein. Ich kann Euch sagen, spannender kann es beim Nähen kaum zugehen, bis zu diesem ersten Moment, wo man diese halb zusammengenähte Hose das erste Mal anprobiert.




Bisher bescherte mir das Hosen anprobieren in einem Geschäft meist eher Frust als Gute Laune. Und ich glaube, da bin ich bei Weitem nicht die Einzige. Aber warum ist es denn viel schwerer für die untere Hälfte des Körpers ein passendes Kleidungsstück zu finden, als für die obere Hälfte?




Eine Hose muss einfach gut sitzen. Und das ist meiner Meinung nach völlig unabhängig von der Figur. Egal ob Frau groß oder klein, dick oder dünn, O- oder X-Beinig ist, bei Hosen muss einfach die Passform stimmen. Hüfte, Po, Ober- und Unterschenkel sind bei uns allen so individuell, dass es wohl kaum die perfekte Passform für alle gibt. Und ich bin der festen Überzeugung, dass bei Hosen einfach alles perfekt sitzen muss, bei Oberteilen sind wir eher bereit, Kompromisse hinzunehmen. Wenn zum Beispiel die Schulter nicht richtig sitzt oder die Ärmellänge nicht perfekt ist, wird eher drüber hinweggesehen, als eine Hose, deren Hintern irgendwo hängt, wo er eigentlich nicht hingehört.



Ich bin noch in einer Zeit aufgewachsen, als Jeans völlig revolutionär plötzlich mit unterschiedlichen Beinlängen in den Geschäften lagen. Heutzutage gibt es für Hosen nicht nur alle gängigen Beinlängen, sondern so viele unterschiedliche Passformen. Von Highwaist bis Slimleg unterstützt die Bekleidungsindustrie unsere Individualität und bevorzugte Passform. Jeder der mit sich und seiner Individualität kritisch umgeht, weiß im Grunde, welche Passform ihm guttut, welche bequem ist, in welcher Hosenform man sich einfach wohl fühlt. Darum sollte man, wenn man mit dem Gedanken spielt, sich eine Hose selbst zu nähen auch zu einer Passform greifen, die man vielleicht schon selber im Kleiderschrank hängen hat und von der man weiß, dass sie einem gefällt. 




So geschehen hier bei meinem aktuellen Nähprojekt , der Jeans nach dem Schnitt Gloria von Katrin (aka freuleins) . Eine lässige Boystyle Hose, in der auch kräftigere Oberschenkel sich wohl fühlen und die mit ihrem lässigen Style überzeugt. Das Nähen war mit der gut bebilderten Anleitung überhaupt kein Problem, auch wenn Begriffe, wie Untertritt und Untertrittbeleg noch nicht fest im Kopf verankert sind, mit Hilfe der Fotoanleitung habe ich Step by step alle Teile zusammengesetzt. Geheftet, anprobiert, neu geheftet, zusammengenäht, dazwischen ein paar Tage Pause eingelegt, weitergenäht, Knopflöcher besiegt, wieder anprobiert, noch mal ein wenig aus der Passe an Weite genommen und fertig, passt. Ist ganz einfach, traut euch....



Schnitt Gloria von Freuleins wurde mir im Rahmen des Probenähens kostenlos zur Verfügung gestellt, alle sonstigen Materialien habe ich selbst gekauft und die Nähzeit wurde mir von meiner Familie gesponsert
Schaut auch gern hier vorbei, dort findet ihr viele weitere Beispiele dieses Schnittes
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Mittwoch, 21. März 2018

Ich brauche Farbe, viel Farbe.....

Öffnet sich mein Kleiderschrank so wird man auf den ersten Blick feststellen, dass die Farben Blau und Grau den Großteil meiner Kleidung dominieren. Ich liebe diese kühlen unauffälligen Farben. Farben, zu denen ich automatisch immer wieder gern greife und in denen ich mich einfach wohl fühle. Das möchte ich auch nicht ändern.

Aber ab und an kommt dann dieser kleine "Farbfloh" in mir durch, der sich ein wenig mehr Abwechslung wünscht. Ein kleinen Akzent, der meinen Typ unterstreicht und sich prima in die bestehende Garderobe einfügt.




Und mit Farbe meine ich eine wirklich andere Farbe außerhalb des Blau/Grau Spektrums, die einen Akzent in die Kleidung setzt.  Und bloß nichts Buntes. Am liebsten ganz schlicht. Ist doch ganz einfach. Ist es das wirklich? 





Ich habe  mich jahrelang schwer  getan mit knalligen, auffälligen Farben (warum eigentlich?). Da kam mir die Farbberatung, die Danie und Silke im Rahmen von Lüneburgnäht2018 für uns organisiert hatten, gerade recht. 



Mit Brita Becker hatten wir die Möglichkeit, uns mit unseren eigenen Farbanlagen auseinanderzusetzen. Unsere Farbanlagen spiegeln sich  vor allem in der (natürlichen) Haar- und Augenfarbe in Kombination mit der Hautpigmentierung wider.

Und dann die spannende Frage: Welche Farben passen dann zu dem ermittelten Farbtyp? Welche Farben  lassen das Gesicht klarer und frischer erscheinen. Brita hat es verstanden uns schnell für ihr Thema zu begeistern, indem sie demonstriert hat, wie nur der Hauch einer anderen Farbe dicht am Gesicht, die gleichen Augen mit demselben Ausdruck innerhalb von Millisekunden zum Strahlen bringen.






Wenn einem diese Zusammenhänge so richtig bewusst werden, ist es Jedem möglich, mit Hilfe von Kleidung und Kosmetik ganz einfach seine eigene Persönlichkeit zu unterstreichen. Ein kleines Hilfsmittel ist dabei die Stoffkarte, die -abgestimmt auf den jeweiligen Farbtyp- alle harmonisierenden und den Typ unterstützenden Farben enthält. 





Und was ist mir ein Stein vom Herzen gefallen , als ich mich bestätigt fand, dass mich meine Liebe zu den kühlen Farben nicht gänzlich in die Irre geführt hat. Mit meinem mittel-kalten Farbtyp gehöre ich zu denen, die in Ihrer Kleidung vor allem Blautöne bevorzugen und bei Accessoires Silber den Vorrang geben sollen.



Und die Bestätigung, dass ich gern zu Farben mit satter Leuchtkraft greifen dürfe. Diese unterstützen meinen eigenen Ausdruck und erdrücken mich keinesfalls. Und seht ihr oben auf der Farbkarte die Beispiele mit den leuchtenden (kühlen) Rottönen. Ich finde sie wunderbar und habe den Entschluss, dass diese Farben gern in meinen Kleiderschrank einziehen dürfen so spontan umgesetzt, dass ich mir in der Tillabox gleich diesen wunderbaren pinkfarbenen Merinostrick gegönnt habe, um daraus einen schlichten Raglanpullover zu nähen.




Und es wird nicht der letzte Farbknaller gewesen sein. Der Frühling lässt uns alle nach Farbe lechzen und ich finde, die Garderobe darf damit auch gern unsere Stimmung aufhellen und uns auf frische Farben, auch in der Natur freuen lassen. Macht es gut.....




Schnitt: Betula von Fabelwald , genäht in Größe 42 ohne Bündchen
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Mittwoch, 14. März 2018

Oh Adelheid......

Die heilige Adelheid von Villich lebte vor über 1.000 Jahren und war die erste Äbtissin der Benediktinerabtei Villich bei Bonn. Adelheid war eine Wohltäterin für die Armen und Notleidenden und konnte der Überlieferung nach Wunder bewirken. 
[Quelle: Wikipedia]

Liebe Adelheid, 

Du bist die Namensgeberin für diesen schlichten , eleganten Blusenschnitt. Hättest Du Dir das zu Deiner Zeit vorstellen können?





Nach eigener Aussage von Monika aka Schneidernmeistern  bist Du, liebe Adelheid,  ganz überraschend und spontan in Ihr Leben getreten. Und stell Dir vor, auch bei mir kamst Du unverhofft und sehr schnell in meinen Kopf und dann in meinen Kleiderschrank.  So geschehen Anfang Februar bei dem Nähwochenende in Lüneburg. Dein nach Dir benanntes Schnittmuster stand kurz vor der Veröffentlichung, und einige fleißige Probenäherinnen hatten schon wirklich wunderbare Exemplare von Dir gefertigt. Um in die große weite Welt der Näherinnen zu  ziehen, bedurfte es jedoch noch einiger Fotos. 



Sonja (bysoneken) und Anke (mojoanma) baten mich als Fotografin einzuspringen, was ich super gern gemacht habe. Hatte ich doch so genügend Gelegenheit, Dich, liebe Adelheid, von allen Seiten und in allen Details zu begutachten. Und wenn ich ehrlich bin, in dem Moment war es um mich schon geschehen. Dieser tiefe innere Wunsch, ich möchte auch eine Adelheid haben. Ich weiß nicht genau, ob Sonja mir diesen Wunsch von den Augen abgelesen hat, aber nachdem ich ihr erstes Probenähexemplar anprobieren durfte, sagte sie spontan: " Behalt Sie gern, ich mag die Farben an mir gar nicht !" Kurze gespielte Empörung: "Aber Nein, das kann ich doch nicht annehmen , die steht Dir doch auch !" verlief schnell im Sande und so zog die Adelheid viel schneller in meinen Kleiderschrank, als ich mir es je erhofft hätte.




Aber natürlich hatte ich von Dir auch eine eigenes Bild im Kopf, schlicht, unaufgeregt und ohne Dramatik. Sindy  vom Blog "Mein gewisses Etwas" hatte zwischenzeitlich genau solche Versionen von Dir gezeigt, die mein Herz noch höher schlagen ließen. Und so kamst Du eine zweites Mal in mein Leben. 


Genäht habe ich Dich aus grauem Viskoseleinen, ein wunderbar weich fallender, leicht stretchiger Stoff, der wie für Dich gemacht scheint.  Das Nähen hat richtig Spaß gemacht und war mir eine große Freude. Lange habe ich mir mit Dir Zeit gelassen, jeden einzelnen Schritt ausgekostet und Dich stets und ständig schön gebügelt, bevor der nächste Nähschritt anlag.



Leider hätte ich das auch mit deiner Nähanleitung machen sollen. Jeden Satz auf der Zunge und im Hirn zergehen lassen, als einfach darüber hinweg zu fliegen. Dann hätte ich auch gesehen, dass beim Zuschnitt an der hinteren Rückenpasse 2x2 cm Nahtzugabe erforderlich sind. Oh ja, Adelheid, das ist wichtig bei Dir, damit dieses kleine aber feine Detail des Rückenschlitzes, der Dich zu etwas Besonderem macht, gelingt.  So hast Du jetzt leider bei mir keinen Schlitz bekommen, da ich nur eine einfache Nahtzugabe beim Zuschnitt dazugegeben habe und daher zu wenig Stoff für den Umschlag hatte. 



Dafür habe ich Dir dann bei den Ärmeln ein wenig mehr Aufmerksamkeit geschenkt und ein kleines Detail hinzugefügt, dass so für Dich nicht vorgesehen war. Mit der schräg zulaufenden , leicht über Kreuz angenähten Manschette habe ich dann meinen Faux pas auf der Rückseite wieder ausgeglichen. Aber Du bist so wie Du jetzt bist perfekt für mich und begleitest mich tapfer durch meinen Alltag. Ich fühle mich wohl in Dir. 





Schnitt: Adelheid von Schneidernmeistern, genäht in Größe 42, der Schnitt wurde mir von Monika kostenlos zur Verfügung gestellt
Stoff: elastische Leinenviskose von Clarasstoffe
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Montag, 26. Februar 2018

Wischlappen mal anders....

Spüllappen oder Waschlappen aus Strick, sehen nicht nur gut aus, sondern sind auch extrem umweltfreundlich. Selbstgestrickt sind sie zudem noch sehr nachhaltig und fair produziert und können so in der Nutzung in Bad und Küche prima eingesetzt werden.



Ich muss zugeben, ich war erst ein wenig skeptisch , ob es sich denn mit so einem Wolllappen genau so wischen lässt, wie mit einem herkömmlichen Spültuch. Aber einfach mal ausprobieren und sich selber eine Meinung dazu bilden. 

Wir hatten vor gut einem Jahr die ersten gekauften Wollspültücher aus unserem Nachbarland Dänemark im Einsatz. Sie haben sich in der Küche bewährt und sind auch nach etlichen Waschgängen in der Waschmaschine immer wieder im Einsatz. Vor ein paar Wochen hat sich der erste Am Rand aufgelöst und Fäden gezogen. Das war der eigentliche Auslöser, warum ich es selber ausprobieren wollte, die Lappen selbst zu erstellen. 



Wenn es um die Suche nach kreativen Inspirationen und Anleitungen geht, schaue ich zuallererst bei  Pinterest vorbei. Dort einfach mit einem geeigneten Schlagwort suchen und ihr findet viele tolle Internetquellen mit entsprechenden Anleitungen. Ich hatte bereits einige Ideen , unter anderem auch zu der hier verwendeten Häkeltechnik, dem tunesischen Häkeln, auf meinem Pinterestboard abgespeichert.



Jetzt stellte sich nur noch die Frage nach dem geeignetem Material und der richtigen Häkelnadel. Und da verlasse ich mich auch gern auf eine erfahrene Fachmeinung, die ich vor Ort im  Wollladen immer finde. Nachhause gekommen bin ich dann mit einem Knäuel sehr saugfähiger Baumwolle mit Polyesteranteil und einem Knäuel Wolle aus einem Baumwolle-Leinen-Gemisch. Und hier seht ihr das erste Ergebnis , ein kleiner Spüllappen mit einem einfachen tunesischen Häkelstich.


Am Sonntag habe ich diesen Lappen beim Kuchenbacken das erste Mal im Einsatz gehabt, um die Kleckse vom aufgeschlagenen Ei aufzuwischen oder ihn im feuchten Zustand unter der Rührschüssel zu platzieren, damit diese mit dem Mixer nicht auf Walzerrunden geht.

Inzwischen ist auch schon der zweite Lappen auf der Nadel, diesmal aus dem Baumwoll-Leinen-Gemisch, welches sich wieder ganz anders anfühlt und sich auch ganz anders auf den Nadeln verarbeiten lässt. Ich bin gespannt, wie die Beiden sich im längeren Praxiseinsatz und vor allem nach den ersten Runden in der Waschmaschine machen. 

Es gibt auch noch so viele tolle Strickmuster für die Wischtücher und ganz viele Varianten des tunesischen Häkelns. Wenn ich die alle ausprobiere, quillt unsere Lappenschublade bald über. Aber als kleines Mitbringsel bzw. Geschenk eigenen sie sich auch hervorragend. Ich werde also weiter machen . Und ihr?









Mittwoch, 21. Februar 2018

Der praktische Alltagsbegleiter - eine Tasche mit viel Platz.....

Ich gehöre definitiv nicht zu den Hobbynäherinnen, die gern Taschen nähen. Ganz im Gegenteil, bisher habe ich mich selten an einem Taschenschnitt versucht und auch erst eine Tasche selbst produziert, die ich richtig vorzeigbar fand (könnt ihr hier sehen). 

Heute möchte ich Euch dagegen den Schnitt Jacktar von Merchant and Mills vorstellen, eine Tasche, die auch mich als nicht so leidenschaftliche Taschennäherin vollkommen in seinen Bann gezogen hat. 





Und nun fragt Ihr Euch, was an dieser Tasche denn so besonders istl?

Vielleicht ist es einfach dieser schlichte Schnitt, der auch ohne große Vorkenntnisse gut und einfach umgesetzt werden kann. Vielleicht dieser lässige Style, der durch das Material und den Lederriemen eine gewisse Wertigkeit bekommt. Oder weil sie einfach eine komfortable Größe hat, die diese Tasche für alle Lebenslagen qualifiziert und trotzdem schick aussieht. Der praktische Alltagsbegleiter schlechthin.



Das englischsprachige Schnittmuster könnt ihr hier in Deutschland zum Beipsiel in der Tillabox oder bei JuniDesign erwerben - den dazu passenden Oilskin Stoff (mit Öl beschichteter wind- und wetterabweisender Baumwollstoff) natürlich auch.

Ich habe mir das Schnittmuster und den Stoff zum Beispiel im Onlineshop der lieben Nina von JuniDesign , im Dezember letzten Jahres bestellt. Und ja, ich habe es mir selbst zu Weihnachten geschenkt. Denn diese Tasche ist kein Schnäppchen. 

Nur das Schnittmuster allein kostet knapp 17,- EUR. Da fängt der ein oder andere schon an zu schlucken. Wer dann auch noch den Baumwollstoff "Dry Oilskin" dazu bestellt und das praktische Kit mit allem weiteren Zubehör, wie den Lederriemen, die Nieten und die Ösen, der kann dann locker an die 70,- EUR ausgeben.





Da gibt es jetzt sicherlich diejenigen die sofort sagen, nie im Leben gebe ich soviel Geld für Material aus, um mir dann selbst eine Tasche zu nähen. Für das Geld  kann ich doch locker mindestens drei Taschen in einem Laden kaufen.

Und da gibt es sicherlich diejenigen, denen die Leistung zu diesem Preis wert ist. Weil sie ein hochwertiges, individuelles Einzelstück erhalten, welches selbst genäht wird und damit auch Erinnerungen und eine ganz besondere Bindung hervorruft.

Übrigens, wer hier mal einen kleinen Vergleich mit einer gekauften Tasche ähnlicher Machart und Güte machen möchte, dem empfehle ich einen Besuch auf der Homepage von Finkid. Finkid hat sich in seiner Unternehmensphilosophie für eine hochwertige Verbindung von einmaligem Design und cleverer Funktion verschrieben. Seit dem Frühjahr 2018 bieten sie auch Taschen in ihrem Produktangebot an. Schaut doch mal hier




Aber nun zurück zur Tasche. Sie besteht in ihrer Außenhülle tatsächlich nur aus zwei Rechtecken (Vorder- und Rückseite) und einem ovalen Boden. Bei der Innentasche, die genau identisch zur Außentasche genäht wird und nur in ihrer Höhe ein paar Zentimeter kürzer ist wegen des Saumstückes im Außenstoff als Kantenabschluss, wird auf einer Seite mittig ein breit verlaufendes Stoffrechtecke aufgenäht , dass mit zwei Teilungsnähten, drei ganz simple Innentaschen gibt. Die sind praktisch für die Aufbewahrung von Handy , Schlüssel und Portemonnaie, die sonst aufgrund der Größe der Tasche gern auf Tauchkurs verschwinden. Wer es lieber mag, dass die Innentaschen geschlossen sind, kann sich dort ein paar Druckknöpfe anbringen. 

Die Tasche, die im oberen Bereich mit einem Magnetverschluss geschlossen wird, ist mit zwei Handgriffen aus dem Außenstoff versehen und dem zusätzlichen langen Schulterriemen aus Leder.




Die Tasche misst vom Boden bis zur oberen Kante knapp 45 cm, vom Boden bis zu den Haltegriffen kommt sie auf eine Gesamtlänge von 55 cm. Das kann bei kleineren Menschen dazu führen, dass die Tasche, in der Hand getragen, gefühlt auf dem Boden schleift, oder wenn man sie mit dem Schulterriemen trägt, irgendwo an den Kniekehlen hängt. 

Da habe ich mit meiner Körperlänge von 180 cm überhaupt kein Problem. Bei mir ist sogar der Schulterriemen noch ein wenig länger als im Schnittmuster angegeben. Wie lang der Riemen bei Euch sein müsste, das probiert am besten selbst aus - zum Beispiel vor einem Spiegel, wenn ihr die Tasche soweit fertig genäht habt. 

Bei mir endet die Tasche, wenn ich sie mir über die Schulter hänge, mit dem Boden mittig auf Höhe der Oberschenkel. Ich kann bequem noch von oben mit den Händen in die Tasche fassen, ohne sie abnehmen zu müssen. Das ist für mich die perfekte und komfortable Größe, bzw. Länge.



Und zum guten Schluss, mein persönliches Fazit:

Ja, ich habe auch erst geschluckt, als ich die Preise für Schnittmuster und Stoff sah. 

Und nein, ich bin in keinster Weise enttäuscht worden, weder vom Schnitt, noch von der Qualität des Stoffes. Beides ist sehr hochwertig und das sage ich aus tiefster innerer Überzeugung und nicht weil mich dazu jemand animiert hat.

Und Ja, ich habe eine persönliche Bindung an diese Tasche, weil sie in einem wunderbaren Rahmen entstanden ist. Genäht habe ich sie an einem Wochenende Anfang Februar 2018 im Rahmen von Lüneburgnäht (wer sich für das Nähwochenende interessiert, kann hier bei Danie von "Prülla" etwas darüber lesen und viele Bilder anschauen) . Da diese Tasche gerade in vieler Munde ist, war ich natürlich nicht die Einzige, die Jacktar auf der tosew-Liste stehen hatte. Mit mir zusammen hat sich auch Paola von Pipa Pocoloco an dieses Projekt gewagt. Und wieviel Spaß hat das gemacht, zusammen mit ihr in Silkes Stoffladen in Lüneburg (Tillabox) noch über den geölten Baumwollstoff zu philosophieren, die schwere Wahl der richtigen Farbe zu treffen ( sie sind allesamt so schön, aber vier Taschen aus jeweils unterschiedlichen Farben des Oilskin überstieg dann doch ein wenig das Budget) . Schaut mal bei Paola  auf dem Blog vorbei, dort findet ihr eine tolle Version aus dem grauen Oilskin mit gelbem Innenfutter, eine traumhafte Kombination.

Ich bin rundum zufrieden und habe die Tasche mittlerweile schon oft im Einsatz gehabt. Der Stoff sieht immer noch schön aus, mal sehen ab wann sich dort eine gewisse Patina einstellt, und die Größe ist perfekt, um schnell noch ein paar Einkäufe zu erledigen oder Sachen zu verstauen.

Ob ich nicht noch eine aus dem wunderschönen senfgelben Oilskin gebrauchen könnte ? Nach , ich überleg mal .....


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Mittwoch, 14. Februar 2018

Wie ich ein Kleid zum Pullover machte....

Das Schnittmuster Frau Polly von Fritzi Schnittreif verspricht ein gemütliches Sweatkleid mit Rollkragen. Wer die Schnittmuster aus der Feder von Anja und Britt, den beiden Köpfen hinter Fritzi Schnittreif, kennt, weiß, dass es sich bei ihren Ideen immer um bequeme alltagstaugliche Kleidung handelt, die gut sitzt.

Als ich das Schnittmuster kurz nach seinem Erscheinen das erste Mal auf dem Lillestofffestival im September 2017 gesehen hatte, war der Funke bei mir sofort übergesprungen. Ein schlichter Schnitt, wie ich ihn liebe, mit schmalen Raglanärmeln, einem großen kuscheligen Kragen und einer ansonsten sehr legeren, aber nicht zu voluminösen Weite.  


Und daher habe ich nicht lange überlegen müssen.Das Schnittmuster reiste mit mir nach Hause, wo es dann zu meiner Schande erst einmal seinen Platz in der Ablage fand, anstatt gleich in das nächste Nähprojekt umgesetzt zu werden.


Der Schnitt wurde erst wieder hervorgeholt, als plötzlich der passende Stoff vor meinen Augen erschien: ein dunkelblauer Viskosetrick als Romanitstoff, gekauft in Laras Onlineshop "1000 Stoff". Dieser als Doubleface Jersey verarbeitete Strickstoff ist gut dehnbar und besitzt trotzdem eine angenehme Festigkeit. Er ist dicker als normaler Jersey , aber dünner als ein reiner Sweatstoff. Der Stoff besticht durch seine edle Oberfläche und fällt angenehm, ohne dass sich etwas abzeichnet. Es war einfach der perfekt Stoff für diesen Schnitt.




Und da ging das Dilemma wieder von vorn los. Schnitt und passender Stoff, den ich sogar sofort nach der Lieferung gewaschen hatte, lagen verarbeitungsfertig auf meinem Nähtisch. Und es sollte erst wieder eine ganze Zeit verstreichen, bevor die beiden unter der Nähmaschine landeten.

Schnittmuster und Stoff habe ich nicht wieder weggeräumt, sie lagen gut sichtbar auf der Arbeitsfläche . Ich streichelte immer mal wieder den Stoff, sah mir das Schnittmuster mit den Bildern an und hatte aber überhaupt keinen Antrieb, mit diesem  Projekt zu starten. 

Als dann Anfang Februar das Nähwochenende in Lüneburg immer näher rückte, stand für mich sofort fest, dass es das Wochenende für meine Frau Polly werden würde. Und , ihr ahnt es wahrscheinlich schon lange, als ich eine Woche vorher den Stoff zuzuschneiden wollte, ging ich noch einmal ganz tief in mich und wusste : Ich würde dieses Kleid bestimmt gern tragen, aber so wie ich mich kenne, leider viel zu selten. Das war schon immer so und das wird sich auch in der Zukunft nicht ändern, da bin ich mir ziemlich sicher. Als geborener Hosentyp trage ich zwar ab und an gern Rock und Kleider, sie werden aber nie meine erste Wahl beim Griff in den Kleiderschrank werden. Also wurde aus dem Kleiderschnitt Frau Polly kurzerhand der Pullover Frau Polly. 



Diese Variante haben schon einige Näherinnen vor mir ausprobiert und ich bin gern mit auf den Zug gesprungen. Dabei habe ich das Rückenteil, genau wie bei dem Kleid, aus zwei Teilen genäht. Dies gibt dem Pullover von hinten eine schöne Form und sieht interessant aus. 

  

Die Raglanärmel sitzen etwas tiefer und geben dem Schnitt dadurch in der Oberweite eine legere Form. In Brusthöhe sind zwei Abnäher vorgesehen, die ich allerdings bei diesem Schnitt auch gern weglassen würde. Bei Brustabnähern sei es geraten, vorher die Höhe der Abnäher zu kontrollieren. Die Spitze sollte immer auf die höchste Stelle der Brust weisen, um einen optimalen Sitz zu unterstützen. Wie ihr hier bei mir seht, ist es mir, trotz Anhaltens, nicht gelungen die korrekte Höhe zu erreichen. Ich hätte die Abnäher ein, zwei Zentimeter nach oben verschieben oder einfach ganz weglassen sollen.


Der Rollkragen wird einfach als vorgegebenes Rechteck zugeschnitten, einmal der Länge nach gefaltet und an den Halsausschnitt genäht. Ich habe hier statt der im Schnittmuster vorgegeben Höhe von 38 cm, nur knapp 30 cm genommen. Durch die geringere Höhe und den toll fallenden Romanitjersey klappt es wie zufällig immer schön herunter und muss nicht gekrempelt werden.



Die Ärmel habe ich auf dreiviertel Länge gekürzt. Ich mag dies sehr gern, da ich bei Pullovern sonst ständig die Ärmel hoch schiebe.
Der verkürzte Rollkragen und die Dreiviertel Ärmel haben es mir dann schlussendlich auch erlaubt aus dem Reststoff, der ursprünglich für das Kleid geplant war , noch eine bequeme Hose für zuhause zu nähen.  

Und so endete die Odysse von neuem Schnitt, der mich sofort begeisterte, dann erst in der Ablage versschwand, auf den richtigen Stoff wartete, der dann ein paar Monate später, wie durch Zufall erschien, und die geistige Eingebung, kurz vorm Zuschneiden, nach einer etwas längeren Nähabstinenz, die so zu einer optimalen Verwertung des Stoffes und einer hohen Tragegarantie beider Teile führte.

Kennt Ihr solche Entstehungsprozesse auch? Ich bin gespannt ......



Und das Interessanteste zum Schluss:
Schnitt: Frau Polly von Fritzi Schnittreif, genäht in Größe XL, auf Pulloverlänge gekürzt
Stoff: Romanitjersey, gekauft bei 1000 Stoff, zur Zeit nur noch in Rot lieferbar
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Mittwoch, 10. Januar 2018

Eine schlichte Bluse mit dem kleinen Wow Effekt......

Blusen, ganz klassisch aus Webware mit Knopfleiste und Kragen, gehörten irgendwie noch nie zu meinen Lieblingskleidungsstücken. Empfand ich sie doch eigentlich immer als einengend, unflexibel und das Schlimmste, nach einmal Tragen meist reif für die Wäsche. Und dann die elendige Bügelei bis sie wieder ordentlich im Kleiderschrank hängen. Oh nein, das war mir immer zu aufwendig. 

Was war ich froh, als die Bekleidungsindustrie vor einigen Jahren Blusenshirts auf den Markt brachte, diese geniale Mischung aus Bluse und Shirt. Aus elastischen Stoffen, bequem zu tragen, aber trotzdem mit dem gewissen Schick eines Kragens oder einer Manschette, so dass diese auch definitiv bürotauglich wurden. Zu meiner Ehrenrettung muss ich sagen, dass dies noch zu Zeiten als ich meine Nähmaschine nur zum Umsäumen von Gardinen benutzt habe und nicht mal ansatzweise daran dachte mir selbst Kleidung nach meinen eigenen Vorstellungen selbst zu nähen.

Inzwischen ist einige Zeit ins Land gezogen, ich nähe inzwischen einen Großteil meiner Kleidung selbst, durchaus auch büroalltagstauglich, aber an das Blusenthema habe ich mich bisher noch nicht richtig herangetraut. Einfache Schnitte aus elastischen Stoffen, gern mit einer Knopfleiste, die nur den Anschein trägt und ohne aufwendige Kragenverarbeitung sind kein Thema, aber so eine richtige echte Bluse aus Webware habe ich bisher noch nie selbst genäht.




Aber ich taste mich langsam vor und die Bluse Greta von Finasideen ist eine perfekte Mischung aus klassischer Bluse  und Shirt mit dem gewissen Etwas. Kein Kragen, den runden Halsausschnitt mit Belegen versäubert und einer seitlich versetzten Knopfleiste. Ach ja, da war es wieder das Thema Knopfleiste. Nachdem ich doch bei diesem Nähprojekt hier so erfolgreich meine Knopflochangst bezwungen habe, bin ich bei dieser Bluse wieder auf eine Fake-variante umgestiegen. 



Ich habe die Leiste zugenäht und nur am unteren Ende ein wenig offen gelassen. Der Knopf am Ausschnitt ist nur aufgenäht. Der Schnitt lässt es zu, dass man auch ohne das Öffnen der Knopfleiste bequem ein- und aussteigen kann. 




Natürlich muss auch diese Bluse gebügelt werden, wenn sie ordentlich aussehen soll. Aber eine Knopfleiste, die vor dem Bügeln nicht geöffnet und hinterher wieder mühselig geschlossen ist, empfinde ich schon als deutliche Erleichterung  bei der, sagen wir es wohl formuliert, nicht ganz so geliebten Hausarbeit. 


Und übrigens, auch Kurzarmblusen kommen bei mir ganzjährig aus dem Kleiderschrank, da sie bei kühleren Temperaturen gut mit Blazern und Strickjacken zu einem bequemen Outfit kombiniert werden können. 
Und während ich hier noch meine Gedanken zu diesem Nähprojekt zu Ende bringe, überkommt mich so ein kleine , klitzekleine Lust in diesem Jahr meine Blusennähfähigkeiten noch weiter auszubauen.   


Wie immer das Interessanteste zum Schluss....
Schnitt: Bluse Greta von Finasideen genäht in Größe 42
Stoff: Gewebte Baumwolle staubblau Konfetti von Stoff und Stil
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