Mittwoch, 12. Juli 2017

Frau Yoko und die ganz große Liebe zu Kellerfalten

Oh ja, ich bin bekennender Kellerfalten Fan. Ich liebe diese aufspringenden tiefen Falten, die dem Kleidungsstück einen lässigen Look verleihen.
 
Als daher der Schnitt "Frau Yoko" von Fritzi Schnittreif herauskam , war ich sofort Feuer und Flamme. Diese kurze Tunika mit halblangen Ärmeln und einer tiefen Kellerfalte am Rücken hat mich sofort begeistert.
 
Die Falte wird unterhalb der Rückenpasse angesetzt und verleiht dem Kleidungsstück einen Hauch lässiger Weite und umspielt schmeichelnd die Körpermitte.
  
Frau Yoko - Kellerfalte am Rücken
 
Richtig spannend wird es, wenn es um die Wahl des Stoffes geht. Denn bei diesem Schnitt entscheidet das Material über den Look.  
 
Ihr seht hier meine erste, eigentlich als Probeexemplar gedachte, Bluse aus dünnem grauem Baumwollstoff. Der Stoff ist ein normaler Webwaren Baumwollstoff mit einer gewissen Festigkeit.  Die Frau Yoko bekommt durch diese Stoffart einen groben,  geradlinigen Look, der gut zu schmalen Hosen oder Röcken passt.
 
Diese Vorliebe teilt auch Lara von 1000Stoff mit mir. Schaut gern hier auf Ihrem Blog vorbei. Sie hat sich eine Frau Yoko aus japanischer Double Gauze genäht mit einem besonderen Hingucker in der Kellerfalte, ein absolutes Lieblingsstück.
 
Frau Yoko - schlicht und geradlinig
 
Die Materialempfehlung des Schnittmusters hingegen lautet auf weich fallende Webware, wie Viskose, Seide, Satin, also kurzum alle Arten von "Flutschstoffen" (die, die gern unter der Maschine von den Nadeln flutschen) . Dadurch erhält die Frau Yoko einen femininen Look, der perfekt zu einer luftigen Sommergarderobe passt.
 
Ihr ahnt schon, dass ich das auf jeden Fall auch ausprobieren werde, liegt doch im hiesigen Stoffstapel noch ein wunderbar weich fallender Javanaise , perfekt für einen weich fallenden Blusenstoff.
   
Frau Yoko - aus Baumwollwebstoff
 

Was ist denn eigentlich eine Kellerfalte und wo kommt sie her?

Bei der sogenannten Kellerfalte stoßen die Brüche zweier zueinander gelegter Falten in der Mitte der Faltentiefe aneinander. Entlang jeder Bruchkante werden beide Falten an den unterliegenden Stoff angenäht. Am Ende dieser Naht, die sehr kurz, aber auch länger sein kann, bildet sich eine tiefe Springfalte, die zum Betrachter hin aufspringt. Die Kellerfalte ist somit die Kehrseite einer Quetschfalte. * Quelle: Wikipedia
 
Die Theorie hört sich sehr trocken an, ist doch aber auch ganz interessant. Tatsächlich ist diese Art der Falte im 18. Jahrhundert aufgekommen  und in Obergewändern eingenäht worden, um die nötige Weite für Reifröcke zu geben. Ich hingegen bringe diese Falte, gerade an der Rückseite von Oberteilen zunächst immer mit Trachtenjacken in Verbindung.  
 
 
 
 
Da ich hier diesen geradlinigen Schnitt mit einem schlichten grauen Stoff kombiniert habe, kombiniere ich das Outfit gern mit einem etwas auffälligerem Schmuckstück. Diese lange silberne Kette mit dem  runden Anhänger wirkt auf dem Stoff wunderschön.
 
 
Und das Wichtigste zum Schluß. Welche Änderungen habe ich selbst an dem Schnitt vorgenommen?
 
Ich trage bei gekauften Sachen Konfektionsgröße 42 bei einer Körpergröße von 1,80m . Diese Frau Yoko aus Webware habe ich in Größe L ohne Nahtzugabe ausgeschnitten. Da ich sie ausschliesslich mit der Overlock genäht habe, geht so vom Schnitt 0,7 cm durch die Naht ab. In der Länge habe ich drei Zentimeter zugegeben.
 
 
 
 
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Montag, 3. Juli 2017

Und immer wieder mache ich gern die gleichen Fehler....

Nach einigen Jahren Näherfahrung weiß man eigentlich,  wie der Hase läuft. Sollte man meinen, oder? So zum Beispiel bei der Größenwahl eines Schnittes. Und trotzdem tappt man gern mal wieder in die gleichen Fallen.

Wie finde ich die richtige Größe für mein Nähprojekt?


Eine immer wieder gestellte Frage, die viele herumtreibt, wenn Sie sich einen Schnitt ausgesucht haben und nun das Projekt beginnen wollen. In den Beschreibungen ist stets eine Körpermaßtabelle mit angegeben, anhand derer man sich selber vermessen und dann die entsprechende Konfektionsgröße ablesen kann. Daran scheitern meist schon all diejenigen, die nicht den Norm Proportionen entsprechen und gern zwischen Oberweite und Hüfte sich über drei Konfektionsgrößen verteilen.

In meinem Fall habe ich das Glück, dass ich nach den Körpermaßtabellen immer in einer Konfektionsgröße lande und zwar passt es so 100%ig, dass ich eigentlich jubeln müsste. Allerdings ist diese Konfektionsgröße nicht die Größe, die ich bei den meisten gekauften Kleidungsstücken trage, sondern immer stets eine Größe mehr.

In solchen Fällen hilft immer, das Schnittmuster auf bereits gut sitzende Kleidungsstücke zu halten, um eine Gefühl für die Passgenauigkeit zu haben. Hinzu kommt, dass man anhand der Beschreibung und der Designbeispiele einen guten Blick für die Form des Kleidungsstück erhalten kann -sitzt es eher körperbetont oder leger.

Auch das habe ich schon, gefühlte hundert Mal, probiert und nach meinen Vorstellungen die Schnittmuster abgeändert. Und trotzdem passiert es dann beim Hundert und ersten Mal, dass ich wieder in alte Muster zurückfalle, mich auf die angegebene Tabelle und die Beschreibung, die immer wieder auf die Körpermaßtabelle verweist, verlasse und einfach los nähe, ohne kritisch zu hinterfragen.



So geschehen bei meinem ersten Testversuch mit der Sommerbluse von Leni Pepunkt. Der gepunktete Viskosestoff war ein Überbleibsel aus dem letzten Jahr und perfekt für dieses Projekt, aber leider eine Nummer zu groß. Selbst der weich fallende Stoff , vertuscht die falsche Größe nicht und so fühle ich mich definitiv nicht wohl in diesem Shirt.


Also noch einmal ran an die Maschine und das Ganze eine Nummer kleiner genäht. Diesmal aus einem butterweichen wunderbar fallendem Viskosestoff von Lara (aka 1000Stoff) . Und was soll ich Euch sagen? Der Schnitt gefällt mir super und in der richtigen Größe fühle ich mich darin pudelwohl.



Ich ärgere mich allerdings gern über mich selbst, hinterher, warum warst Du nur wieder so blöd, du weißt es doch vorher, warum .... ja warum habe ich einfach nicht auf meine Erfahrung gehört? Weil ich einfach zu schnell zu viel wollte.


Einfach schnell eine Sommerbluse nähen, Schnitt kopieren, schnell ausschneiden, fertig. Aber so geht es nicht. Es lohnt sich immer wieder lieber noch mal kritisch zu hinterfragen, habe ich den richtigen Schnitt, die richtige Größe, die richtige Stoffwahl für dieses Projekt, lieber noch mal eine Nacht drüber schlafen.


Und ich kann euch sagen, die Nähprojekte laufen ja nicht weg. Natürlich habe ich auch noch andere Blusen im Schrank, ich muss jetzt nicht im Hochsommer im Wollpullover auf die Straße. Und doch treibt dieser Ansporn ,möglichst schnell etwas zu nähen, oft in die falsche Richtung.




Ich hoffe, dass ich mir auch dieses Projekt wieder eine Lehre gewesen sein wird und ich es mir abgewöhnen kann, in alte Muster zurück zu verfallen. Bitte erinnert mich bei Gelegenheit immer wieder gern daran. 

Aber zum Schluß habe ich noch einen Goodie für Euch. Die gepunktete Sommerbluse würde ich gern an jemanden abgeben, der sich darüber freuen würde. Genäht habe ich die Bluse in Größe 44 . Die Oberweite des fertigen Stückes beträgt 112 cm. Da sie nach unten gerade verläuft ist die Weite an der Hüfte identisch.


Wer diese Bluse gern tragen würde, hinterlässt unter diesem Beitrag bis zum 07.07.2017 einen Kommentar. Ich lose dann aus.


verlinkt bei HandmadeonTuesday, Creadienstag, 12coloursofhandmadefashion,


Mittwoch, 14. Juni 2017

Ein lässiger Pullunder - oder wie ihr ganz leicht aus einem bestehenden Schnittmuster eure eigenen Ideen umsetzen könnt.

Was macht Ihr mit euren Stoffresten?

Eine oft gestellte Frage, denn nach jedem Nähprojekt bleibt meist eine mehr oder minder große Menge an Stoff übrig; zu Schade zum Wegwerfen und oft nicht ausreichend für ein weiteres Projekt.
 
Gute Resteverwertung lässt sich mit Stoffteilen machen, die zumindest noch eine gewisse Länge und Breite aufweisen. Ich habe sie in der Vergangenheit dann oft als Kindershirt vernäht (aber auch der Junior wird immer größer und braucht inzwischen mindestens einen Meter Stoff für ein tragbares Shirt).
 
Bei diesem schlicht dunkelblauen Jersey hatte ich mich beim Stoffeinkauf, obwohl ich das Projekt im Kopf hatte, grandios in der Menge vertan und noch eine gute Länge von ca. 70 cm über.

Pullunder - nach eigenem Schnitt
Genäht habe ich dann einen legeren Pullunder in leichter A Linie , mit V- Ausschnitt und Seitenschlitzen am Saum.
 
 
Wie ihr aus einem vorhandenen Schnittmuster schnell einen Pullunder zaubern könnt, versuche ich gern mal in Worte zu fassen:
 
Ihr greift aus eurem Schnittmusterfundus ein gut sitzendes schlichtes Oberteil heraus. Um die A- Linienform zu erhalten, habe ich das Vorderteil, welches im Stoffbruch zugeschnitten wird, leicht schräg an die Bruchkante des Stoffes gelegt. Oben am Ausschnitt lag das Schnittmuster wie gewohnt an der Stoffkante an, nach unten hin habe ich es ca. 3 cm von der Stoffkante verschoben.
 
Den V-Ausschnitt habe ich nach Augenmaß eingefügt und dann das komplette Vorderteil im Stoffbruch einmal auseinander geschnitten. Die Kanten der beiden Vorderteile rundherum  mit der Overlock oder einem Zickzackstich der Nähmaschine versäubern.
 

Ein einfacher V-Ausschnitt der garantiert gelingt:

Ich habe anschließend die beiden vorderen Hälften wieder mit einem normalen Geradestich der Nähmaschine zusammengesetzt, bis ca. 1 cm unter dem Ansatz des V-Ausschnitts.  
 
Die Nahtzugabe dann nach außen bügeln, ebenso wie den nach innen umgeklappten Rand des V-Ausschnittes. Mit einem einfachen Geradstich habe ich die vordere Mittelnaht rechts und links abgesteppt, inklusive des umgeklappten Ausschnittes.
 
Und so sah es dann aus:
 

ein einfacher V-Ausschnitt, der garantiert gelingt


Auch das Rückenteil, welches analog dem Vorderteil zugeschnitten wurde, habe ich in der Mitte auseinandergeschnitten, die Kanten versäubert und dann mit der Nähmaschine wieder geschlossen. Die Nahtzugaben auseinandergebügelt und rechts und links der Rückennaht abgesteppt.
 
Rückenansicht

Die Abschlüsse an der Seite habe ich wie schon hier mit Seiten-schlitzen versehen.
 
Seitenschlitze am Saum
Die Armausschnitte, deren Kanten auch versäubert wurden, sind einfach ca. 1 cm nach innen umgeschlagen und mit einem einfachen Geradestich festgesteppt. 
 
 
 
Ihr seht ein nähtechnisch sehr einfaches , aber ansprechendes Oberteil ist fix aus einem herumliegenden Stoffrest entstanden. Und wer bei dem Wort Pullunder sofort die Assoziationen von älteren Herren oder spießigen Junggesellen im Kopf hatte, den konnte ich hoffentlich eines Besseren belehren. Mit ein wenig Pfiff und Charme kann selbst ein Pullunder ein lockeres angenehm zu tragendes Oberteil werden. Und ihr braucht dafür keinen großartigen neuen Schnittmuster, sondern könnt es nach eurem eigenen Belieben wunderbar aus einem eurer Lieblingsschnitte ableiten.
 
 
 

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Mittwoch, 7. Juni 2017

Herzstück - ein Shirt mit vielen Variationsmöglichkeiten

Geht es Euch auch so? Kaum steigen die Temperaturen müssen schnell noch ein paar Sommerteile genäht werden.
 
Die Betonung liegt hierbei auf "schnell" und "ein paar" Sommerteile. Ist klar, oder? Rein faktisch lässt sich feststellen, es gibt genügend T-Shirts im Kleiderschrank und "mal schnell nähen" geht meistens auch in die Hose. Sich Zeit und Ruhe zu nehmen für die Anleitungen ist meist genauso hilfreich, wie noch einmal genauer über die Stoffwahl für das Kleidungsstück nachzudenken. Das sagt der Kopf. Der Bauch sagt trotzdem weiter:
 

Ich brauche dingend noch ein paar Sommershirts - schnell bitte !

 
Also gut, warum soll man nicht all seinen Verstand und Prinzipien auch mal über Bord schmeißen und ohne langes Überlegen einfach mal drauf los nähen. So geschehen auch bei diesem Sommershirt aus gepunktetem Jersey, dem neuesten Streich aus Finas Ideenschmiede.
 
Herzstück von FinasIdeen aus gepunktetem Jersey
Das Herzstück ist ein Raglanshirt und für leichte Webware oder Jersey bestimmt. Das Schnittmuster kann ganz lässig mit glatten Ärmeln oder raffinierter mit gekräuselten Ärmeln genäht werden, in Kurz - und auch in Langarmversion.
Im Rückenteil laufen die Raglannähte nicht bis zur Schulter hoch, sondern in einem Bogen über den Rücken.
 
Rückansicht zu Finas Herzstück

Hier bei mir seht ihr die Version mit den glatten Ärmeln. Aber schaut gern einmal bei Fina vorbei, dort findet ihr zu diesem Schnitt noch weitere Designbeispiele mit allen Gestaltungsmöglichkeiten, den dieser Schnitt bietet.
 
Vorderansicht Finas Herzstück mit Brustabnähern
Der Halsausschnitt wird mit einem Beleg versäubert, kann aber in der Jerseyvariante auch mit einem normalen Bündchen genäht werden. Im Vorderteil sind zwei Brustabnäher enthalten, die dem Shirt eine gelungene Passform geben. Des Weiteren ist der Schnitt leicht tailliert und verleiht mit seinem abgerundetem Saum eine weibliche Note.
 
 
 
Dieses Shirt habe ich ganz spontan ohne lange zu Überlegen aus einem Stück Restjersey, der hier bei mir gut gelagert im Stoffregal lag, genäht. Tatsächlich bin ich für diese Kurzarm-Variante in Größe 42 mit einem Meter Jersey ausgekommen. Und während sich die Dortmunder im DFB Pokal Endspiel ihren Sieg holten, war ich mit der Sommershirt Nr. 1 für dieses Jahr fertig.


Es klappt also auch mit unter dem Motto: Ich brauche mal eben schnell eine Sommershirt! Nicht immer, aber immer öfter.


Schnitt: Finas Herzstück , wurde mir im Rahmen des Probenähens kostenlos zur Verfügung gestellt
Stoff: Restjersey aus dem gut abgelagerten Stoffvorrat
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Montag, 22. Mai 2017

Keine Angst vor englischsprachigen Schnittmustern - meine erste selbst genähte Umhängetasche

Es gibt sie doch unter uns, diese unterschiedlichen Nähtypen, oder? Die "Taschennäher" oder die "Kleidungsnäher", die "Patchworker", die "Jerseynäher" und die "Webwarennäher", oder der "Universalnäher". Der, der alles gern näht, egal welches Material und welche Aufgabe.

Wenn ich mich und meine Vorlieben der textilen Verarbeitung selbst einschätzen sollte, gehöre ich definitiv nicht in die Gruppe der "Taschennäher". Umso stolzer bin ich Euch heute hier auf dem Blog meine erste Umhängetasche zu präsentieren. Es ist mein erstes richtiges Taschenwerk, jenseits von Einkaufsbeuteln und  kleinen Aufbewahrungstäschchen. Und ja, ich bin auf mein Werk stolz und trage es gern -  - eine Compass Bag von Noodlehead.  



Inspiriert wurde ich dabei von Tatjana aka tillit. Wer ihren Blog oder Instagram Account kennt, weiß welch wunderschöne Taschen sie näht. Auch die Compass Bag ist bei ihr öfter in immer wieder anderen Varianten zu bestaunen.

Die Compass Bag ist eine schlichte Umhängetasche, die es in zwei unterschiedlichen Größen gibt (hier die größere Variante) . Ich mag diesen geradlinigen Schnitt, die abgesteppten Mittelnähte und die großen auf der Seitennaht aufgesetzten Taschen. Durch den rechteckigen Boden erhält die Tasche eine wunderbar volumige Form und einen tollen Stand auf dem Boden.

Ich habe für den Aussenstoff einen festen grau gewebten Taschenstoff verwendet, der nicht weiter verstärkt ist.



Innen ziert ein blau gemusterter Baumwollstoff von Stoff und Stil die Tasche, welche mit einem Magnetverschluss einfach geschlossen werden kann.



Eine große Herausforderung war für mich der Riemen. Die im Schnittmuster vorgesehene Patches mit D-Ringen und Karabinerhaken, fand ich für meinen schlichte Tasche nicht passend. So träumte ich von einem klassischen Lederriemen, den ich nach einiger Recherche hier  bestellt habe. Die Befestigung des Riemens mit Buchschrauben hat super geklappt. Ich habe für meine Prym Zange einen Lochstanzer Aufsatz gekauft, mit dem ich problemlos Löcher in den Lederriemen bekam. Die Buchschrauben sind dann einfach durch Stoff und Riemen gesteckt und mit einem Schraubendreher festgezogen.




Etwas Respekt hatte ich  zu Beginn vor dem englischen Schnittmuster. Allerdings ist die Anleitung von Noodlehead so gut illustriert, so dass jeder Nähschritt verständlich ist (hätte wohl auch geklappt, wenn die Beschreibung auf Chinesisch gewesen wäre).


Jetzt lasse ich Euch noch einen letzten Eindruck meiner ersten selbst genähten Tasche da. Ich muss schon sagen, ein wenig Blut habe ich wohl geleckt. Ob da noch ein paar folgen werden ? Mal sehen....



verlinkt bei HOT, Creadienstag , TT Taschen und Täschchen






Mittwoch, 17. Mai 2017

Ganz schnell genäht - ein lässiger Streifenpullover

Lässig legere Pullover gibt es in meinem Kleiderschrank nie genug. Und Oberteile mit Streifen sowieso nie. Wenn diese beiden Aussagen auf Euch auch zutreffen, dürft ihr hier gern weiterlesen (alle anderen natürlich auch gern).
 
Ich liebe Streifen, vorzugsweise auf Stoff und am Liebsten in blau und weiß.

Wen wundert es da noch, dass ich bei der aktuellen Aktion von "Ein Stoff = viele Möglichkeiten" nicht "Nein" sagen konnte.

Petra, auch bekannt unter ihrem Bloggernamen "Pepelinchen", stellt zum 20. eines Monats einen vergünstigten Stoff in ihren Shop und eröffnet dazu dann eine Linkparty (Nun sage mal einer, die Stoffhändler interessiere es nicht, was ihre Kunden aus dem gekauften Material alles zaubern....).


Toaster Sweater #2 von sewhouse7
 
Ende April präsentierte uns Petra zwei wundervolle Streifenjerseys. Beide zur Auswahl stehenden Stoffe zeigten blau-weiße Ringel, einmal schmaler, einmal etwas breiter. Ich musste einfach zuschlagen und den Stoff kaufen. Und da ich beide so wunderschön fand und immer Ideen habe, was ich aus gestreiftem Jersey nähen kann, landeten wie von Zauberhand beide Stoffe im Warenkorb.  
 
 
 
Nach einer Runde Waschmaschine landete der Erste auch sofort unter den Nähnadeln. Schon länger hatte sich in meinem Kopf der Wunsch festgesetzt, noch einmal den Sweater "Toaster II" zu nähen. Meine erste Version dieses Schnittes, den ich euch hier schon einmal hier gezeigt habe, hatte ich damals aus SCUBA, einem neoprenähnlichen Sweat genäht. Allerdings wie sich im nachhinein herausstellte, doch eine Nummer zu groß. Dieses Schnittmuster wirkt sehr gut mit einem Stoff, der etwas Stand aufweist und ich bin mit dem Punta Yarn Jersey sehr zufrieden. Er trägt sich leicht und bequem und gibt aber dem Schnitt trotzdem den nötigen Halt.
 

 
 
Genäht habe ich den Toaster  Sweater #2 hier in Größe M, verlängert um 5 Zentimeter, ohne die im Schnitt eigentlich vorgesehenen Seitenschlitze.
 
 
Natürlich musste ich dann auch die ersten Sonnenstrahlen seit längerem ausnutzen, um draußen einige Fotos , mal eben auf die Schnelle, von diesem schon jetzt sehr geliebten Sommerpullover zu machen.


 
Besonders schön wirken diese klassischen blau weißen Streifen vor einem sommerlich blauem Himmel mit kleiner Wattewolke. Deshalb lasse ich das letzte Bild jetzt auf euch wirken und schaue mir mal alle die anderen schönen Kleidungsstücke an, die aus diesen Stoffen entstanden sind.
 

verlinkt bei RUMS  und bei 1 Stoff = viele Möglichkeiten
Schnitt: Toaster Sweater #2 von sewhouse7 , gibt es auch in deutscher  Übersetzung bei nähconnection
 
 
 
 

Mittwoch, 26. April 2017

Plotten ohne Plotter.....

Plotten ohne Plotter -  Wer sagt, dass Felxfolie nur mit dem Plotter bearbeitet werden kann?
 
Mit dieser inspirierenden These forderte uns Änni auf, sich Gedanken zu kreativer Umsetzung von Folie auf Textil zu machen. Und schickte praktischerweise gleich ein paar Stücke unterschiedlich farblicher Folien mit. Genau der richtige Stein des Anstoßes für Leute wie mich, die bisher Plotter- und Folienlos durch ihr Nähleben zogen.
 
Mein Ergebnis der minimalistisch norddeutschen Umsetzung seht Ihr hier:


Ein Hingucker auf dem Rücken

Man braucht nicht zwingend einen Schneideplotter um problemlos kreative Ideen zu erfüllen. Der Schneideplotter kann als technisches Gerät perfekt wunderbare Grafiken aus aufbügelbarer Textilfolie herausschneiden, aber die Folien sind natürlich auch mit jedem anderen Schneidewerkzeug (Schere, Locher, Stanzer, Cutter) zu bearbeiten. Den von Änni zunächst vorgeschlagenen Käsehobel habe ich dann aus Rücksicht auf meine Finger auch schnell wieder aus der potentiellen Auswahl der Werkezeuge gestrichen.
  
Plotten ohne Plotter - so geht's
Perfekt fand ich die kleinen Stanzer , die wir bei uns im Haushalt in Stern- und Herzform, aber auch als Bärchen, Delphine und Sonne haben. Beherztes kräftige Zudrücken brachte auch aus der Flexfolie gute Stanzergebnisse heraus. Allerdings waren diese Motive nicht gerade die Wunschformen für ein T-Shirt, welches ich gern tragen möchte.  

Meine gesammelte Werkzeuge

Ich bin dann doch schnell auf eine Schere umgestiegen, denn damit lassen sich ja problemlos alle geometrischen Figuren (Quadrate, Dreiecke, Rauten, Rechtecke..) einfach aus der Folie schneiden. Ich habe diverse Scheren, die ich bei uns so finden konnte ausprobiert, um die feste aber doch sehr biegsame Folie optimal bearbeiten zu können. Letztendlich bin ich bei dieser kleinen Bastelschere hängen geblieben, die sich durch ihre schmalen Scherenblätter gut durch die Folie führen ließ.
 
Motiv aufzeichnen
Optimale Ergebnisse erzielt man natürlich, wenn man sich das auszuschneidende Motiv vorher auf die Folie aufzeichnet (oben auf die glänzende Seite). So herum wird es dann auch auf den Stoff gebügelt, so das hier nichts gespiegelt werden muss, anders herum ja beim Plotter, der die Folie von der anderen (matteren) Seite bearbeitet. Super wäre da natürlich ein Schreibgerät, was auf Folie zeichnet. So etwas hatte ich aber leider nicht und habe schnöde zu einem weichen Bleistift gegriffen. Oben seht ihr meine Zeichnung von dem Boot. Sieht nicht so wirklich schön aus, hat mir aber beim Zuschneiden Orientierung gegeben. Lässt sich auch danach wieder prima von der Folie wischen.

   

Die ausgeschnitten Schnipsel auf dem Stoff anordnen (klappt mit dicken Wurstfingern auch nicht so gut) , sehr hilfreich hier die Pinzette von der Overlockmaschine. Ein paar mal fluchen, weil plötzlich alles wieder verrutscht und dann ganz tief durchatmen, wenn alles so liegt, wie es später sein soll. Schnell eine Stück Backpapier drauf und mit einem warmen Bügeleisen draufdrücken, nicht hin und her bewegen und langsam bis zehn zählen. Ob das jetzt hier genau der Anleitung zu den Folien entspricht, bin ich mir nicht sicher, aber bei mir brachte es das erwünschte Ergebnis.


Das Ganze ein wenig abkühlen lassen und dann die Trägerfolie oben ganz vorsichtig mit der Pinzette abziehen. Fertig.
 
Einfach, genial und ohne großes technisches Equipment umzusetzen. Da ich persönlich für mich auch keine großen Plots vorn auf der Brust tragen mag, ist es die perfekt Alternative. Denn hier oder da ein kleiner Eyecatcher, an den Ausschnitten, auf dem Ärmel am Saum, lässt sich problemlos und viel einfacher nur mit der Schere aus der Folie schneiden.
 
Darum zeige ich euch hier noch mal in Gänze mein erstes Shirt aus dem Buch "Alles Jersey" von  Stefanie Brugger aka Herzekleid. Dies ist das Modell "Rügen" mit U-Boot-Ausschnitt und abgerundetem Saum an Vorder- und Hinterteil. Die Beleg am Hals und auch am Saum sind beide mit Belegen versäubert.

Shirt "Rügen" aus dem Buch "Alles Jersey" von Stefanie Grubber
Dieses leicht maritim angehauchte Shirt (man beachte bitte, dass ich diesmal keine Streifen vernäht habe) hat dann von auf der Rückseite ein dezentes maritimes Motiv aus Flexfolie bekommen.

 
So , und was mache ich nun? Ich wollte mir doch schon ewig einen Plotter kaufen und ehrlich gesagt, habe ich durch diese wundervolle Aktion von Änni erst Recht Blut geleckt. Denn so wundervolle Schriftzüge kann ich mit der Schere wohl doch nicht ausschneiden. Ich gehe dann mal ein wenig auf Recherche .....
 


verlinkt bei RUMS, ÄnnisKonfettiParty