Mittwoch, 20. September 2017

Übergangsjacke Eliza - oder wieviele Jacken kann eine Frau gebrauchen?

Sorry, von bestimmten Dingen kann Frau einfach nie genug haben, oder? Vielen geht es mit Schuhen so. Da stapeln sich etliche Paare, die doch alle ähnlich sind und doch alle wieder unterschiedlich und die auf jeden Fall alle gebraucht werden. Vermeintlich .....

Mir geht es ähnlich mit Jacken. Auch wenn der Garedrobenständer schon fast unter seiner Last zusammenbricht, ist das für mich noch lange keine Grund zu sagen: Ich brauche keine Jacken mehr ....


 
 
Vom Verstand eher ein völlig unsinnige Einstellung. Mit Nachhaltigkeit und Aufgeräumtheit, klarer Linie und Übersichtlichkeit hat das rein gar nicht zu tun. Und mal ehrlich, im Grunde sind es ja trotzdem immer nur wieder die Lieblingsstücke, zu denen man greift, und einige andere Teile fristen auch eher ein dürftiges Dasein in meinem alltäglichen Leben.
 
Aber was solls? So bin ich , so bleibe ich und da war ganz klar, dass ich auch bei diesem tollen neuen Jackenschnitt "Eliza" von Katrin aka Freuleins nicht Nein sagen konnte.  Seit letzter Woche ist sie mit ihrem unglaublich wandelbaren, schnell genähten Schnittmuster für eine Übergangsjacke am Start.  Weitere tolle Designbeispiele findet ihr bei Katrin auf ihrem Blog. Schaut gern mal hier . 


 
 
Kurz ein paar Infos zu dem Schnitt:

Eigentlich als alpenländisches Modell aus Walk gedacht, mit offenen Kanten, mit oder ohne Kapuze zu nähen , in kurzer oder langer Version, mit einem Riegel auf dem Rücken, aufgesetzten eckigen oder runden Taschen. Ihr ahnt schon, bevor euer Nähprojekt starten kann, sind viele Entscheidungen zu treffen.
 
 
 
 
Ich habe meine "Eliza" aus einem hellgrauen Doubleface Jersey Scuba genäht, der außen hellgrau und auf der Innenseite schwarz ist. Dieses Material hatte ich bereits hier schon einmal für den Toaster Sweater verwendet. Er ist schön dick, hält warm und hat eine hohe Standfestigkeit und eignet sich daher perfekt für eine Übergangsjacke. 
 
 
 
Genäht habe ich die Eliza in Größe L , wobei ich der kurzen Variante in der Länge fünf Zentimeter dazu gegeben habe bei meiner Körpergröße von 1,80 Meter. 
 
 
Der Schnitt fällt absolut größengerecht aus , bequem aber nicht zu weit, und gerade so dass auch noch ein dickerer Pullover darunter passt.
 
 
Dadurch dass dieser Doubleface Jersey , genau wie Walkstoff, nicht an den Kanten ausfranst,  habe ich mich in dieser Variante für die offenkantige Verarbeitung entschieden. Das bedeutet, dass ich die Belege, sowohl in der Kapuze als auch an den Verschlußseiten einfach links auf links aufgesteppt habe. Ansonsten ist die Jacke bei mir komplett ungefüttert und selbst die Säume habe ich einfach offenkantig gelassen und nur der Optik wegen einmal rundeherum abgesteppt.
 
Ach so und dann ist da natürlich ganz zum Schluß noch die Frage nach den Knöpfen. Da ich und das Knopflochnähen nicht die allerbesten Freunde sind, habe ich mich ganz faul für Druckknöpfe entscheiden, die ich bei Stoff und Stil entdeckt habe. Als kleiner Kontrast und Hingucker habe ich diese mit rotem Garn angenäht, um einen kleinen Farbtupfer in mein geliebtes Grau zu setzen.
 

 
 
 
Schnittmuster Eliza von Freuleins wurde mir im Rahmen des Probenähens kostenlos zur Verfügung gestellt.
Stoff: Restposten Doubleface Jersey von Pepelinchen
verlinkt bei RUMS
 
 
 
 
 
 

Mittwoch, 13. September 2017

Meine schräge Hertha.....

Verschiedene Stoffe miteinander in einem Kleidungsstück zu kombinieren, so dass sie ein einheitliches Ganzes ergeben, ist ein Kunst. Eine Kunst, die ich definitiv nicht besonders gut beherrsche.
 
Relativ einfach fällt es mir, einen Innenstoff für das Füttern von Kapuzen oder für (auch sichtbare) Belege zu finden. Aber eine Kombination mehrerer Muster und Farben in der Oberfläche eines Kleidungsstückes finde ich persönlich immer sehr schwierig.
 

Wie gelingt die Kombination verschiedener Stoffe auf einem Kleidungsstück?

 
Am Einfachsten, wenn man ein Schnittmuster nimmt, welches das sogenannte Colour-Blocking gut unterstützt. Diese Schräge Hertha von Bine aka echtknorke ist tatsächlich das erste Kleidungsstück von mir, welches zwei unterschiedlich farbliche Stoffe enthält. Toll kombiniert durch den Schnitt mit der schräg nach vorn verlaufenden Seitennaht und den Raglanärmeln.


Schräge Hertha von Bine aka echtknorke


In der Farbwahl bin ich bei diesem Beispiel natürlich wieder in meiner blauen Wohlfühlzone geblieben und habe "nur" zwei unterschiedliche blaue Baumwolljerseys miteinander kombiniert. Nicht so wirklich aufregend und mondän. Aber sicher könnt ihr euch mit ein bisschen Fantasie in der Art auch viele andere Farbkombinationen vorstellen, die gern ein bisschen ausgefallener sein dürfen.
 
 
 
 
Richtig interessant wird dieses Schnittmuster auch, wenn unterschiedliche Stoffarten miteinander kombiniert werden. Es gibt dazu tolle Designbeispiele zum Beispiel hier bei Tatjana und ihrem Blog Sprungfaden, die Webware mit Slub-Viskosejersey zu einem richtig edlen Shirt verarbeitet hat. 
 
Oder schaut auch mal hier bei Nicole vom Blog Madame Belle Prairie. Dort findet ihr Viskosejersey kombiniert mit unelastischer Spitze oder auch eine Variante mit Rüsche in der schrägen Naht.
 
 
 
 
Ansonsten brauche ich zu dem Schnitt an sich, denke ich, nicht viel sagen. Die Raglanärmel sitzen prima, das Shirt fällt lässig und bequem.  Genäht habe ich diese schräge Hertha in einer Kurzarmversion in der Größe 42. Im Schnittmuster enthalten sind aber auch lange Ärmel und aus Sweat lässt sie sich auch prima nähen. Schaut mal bei Bine auf dem Blog vorbei. Dort findet ihr auch tolle Varianten aus einheitlichem Stoff mit schicken Zier- oder Covernähten.



Nicht vergessen möchte ich all die tollen Beispiele, die während des Probenähens entstanden sind, in der Kombination aus unterschiedlichen Streifenstoffen oder auch Streifen kombiniert mit unifarbenen Stoffen. Schaut einfach selber mal, da findet sich bestimmt auch eine Hertha, die euch gefällt. Und dann ran an die Maschinen und selber nähen.




 
Schnitt: Schräge Hertha von echtknorke, wurde mir im Rahmen des Probenähens kostenlos zur Verfügung gestellt.
Stoff: Baumwolljersey aus dem örtlichen Stoffgeschäft
verlinkt bei RUMS


Montag, 28. August 2017

Mein neuer kuscheliger Freund- ein Kaktuskissen zum Selbernähen

Kakteen sind neben Flamingos, Ananas und Melonen der Dekotrend diesen Sommers. Da kam auch ich nicht umhin mir einen lustigen grünen Freund zu nähen, verziert mit Bommelblüten. (eigentlich fehlen ihm nur noch ein paar Augen ;-)



Wie ihr euch ganz schnell selber solch eine Kaktuskissen nähen könnt und weitere tolle DIY Ideen und leckere Rezepte, könnt ihr bei Regina auf ihrem Blog "Kleine Herzensdiebe" nachlesen. Dort erschien der kleine grüne Kaktus als Gastbeitrag zu ihrem Bloggeburtstag. Hüpft schnell rüber und viel Spaß beim Lesen.
 
 
verlinkt bei Handmadeontuesday, Creadienstag

Dienstag, 15. August 2017

Die Sehnsucht nach Meer.....

Muss das sein? So kurz vor dem Urlaub noch einen neuen Sweater nähen?
Die Bügelwäsche stapelt sich schon wieder, der Garten will noch auf Vordermann gebracht werden; hat eigentlich jemand unsere Strandmuschel vom letzten Jahr gesehen?
Ja, es muss sein. So sind Frauen eben. Anlassbezogen muss noch schnell eine neues Kleidungsstück her (alle, die sich jetzt nicht angesprochen fühlen, dürfen gern aufhören zu lesen ....die mitfühlende und mir zustimmende Mehrheit darf gern weiterschauen).


Völlig gegen die Vernunft, aber gut für das Bauchgefühl, greife ich spontan einen schönen hellgrauen Sommersweat und ein gut erprobtes Schnittmuster aus dem Fundus und verziere ihn mit diesem wundervollen Meerliebe Plot von Christiane aka Chrissibag.
Habe ich schon erwähnt, dass ich gar nicht der Typ bin, der gern mit Aufschriften vorn auf der Brust herumläuft ? Genau, ich gehöre definitiv in die Kategorie, die die Kleidung lieber schlicht mag und dabei gern auf große Aufdrucke verzichtet. Aber dieser Plot hatte es mir von Anfang an angetan. Dezent und elegant strahlt er eine Leichtigkeit und eine große Liebe zum Meer aus.


Und das Beste ist, diesen Plot gibt es for free bei Christiane auf dem Blog. Schaut mal hier vorbei. Da gibt es übrigens noch ganz viel andere tolle Plots zu entdecken. Die Bergliebe Variante reizt mich ja auch noch sehr. Die kommt dann kurz vor unserem nächsten Wanderurlaub auf das nächste Spontan-Urlaubsshirt.


So, und dann gehe ich jetzt schnell Bügeln, Koffer packen und die Strandmuschel suchen.




Verlinkt bei CreadienstagHOT

Mittwoch, 12. Juli 2017

Frau Yoko und die ganz große Liebe zu Kellerfalten

Oh ja, ich bin bekennender Kellerfalten Fan. Ich liebe diese aufspringenden tiefen Falten, die dem Kleidungsstück einen lässigen Look verleihen.
 
Als daher der Schnitt "Frau Yoko" von Fritzi Schnittreif herauskam , war ich sofort Feuer und Flamme. Diese kurze Tunika mit halblangen Ärmeln und einer tiefen Kellerfalte am Rücken hat mich sofort begeistert.
 
Die Falte wird unterhalb der Rückenpasse angesetzt und verleiht dem Kleidungsstück einen Hauch lässiger Weite und umspielt schmeichelnd die Körpermitte.
  
Frau Yoko - Kellerfalte am Rücken
 
Richtig spannend wird es, wenn es um die Wahl des Stoffes geht. Denn bei diesem Schnitt entscheidet das Material über den Look.  
 
Ihr seht hier meine erste, eigentlich als Probeexemplar gedachte, Bluse aus dünnem grauem Baumwollstoff. Der Stoff ist ein normaler Webwaren Baumwollstoff mit einer gewissen Festigkeit.  Die Frau Yoko bekommt durch diese Stoffart einen groben,  geradlinigen Look, der gut zu schmalen Hosen oder Röcken passt.
 
Diese Vorliebe teilt auch Lara von 1000Stoff mit mir. Schaut gern hier auf Ihrem Blog vorbei. Sie hat sich eine Frau Yoko aus japanischer Double Gauze genäht mit einem besonderen Hingucker in der Kellerfalte, ein absolutes Lieblingsstück.
 
Frau Yoko - schlicht und geradlinig
 
Die Materialempfehlung des Schnittmusters hingegen lautet auf weich fallende Webware, wie Viskose, Seide, Satin, also kurzum alle Arten von "Flutschstoffen" (die, die gern unter der Maschine von den Nadeln flutschen) . Dadurch erhält die Frau Yoko einen femininen Look, der perfekt zu einer luftigen Sommergarderobe passt.
 
Ihr ahnt schon, dass ich das auf jeden Fall auch ausprobieren werde, liegt doch im hiesigen Stoffstapel noch ein wunderbar weich fallender Javanaise , perfekt für einen weich fallenden Blusenstoff.
   
Frau Yoko - aus Baumwollwebstoff
 

Was ist denn eigentlich eine Kellerfalte und wo kommt sie her?

Bei der sogenannten Kellerfalte stoßen die Brüche zweier zueinander gelegter Falten in der Mitte der Faltentiefe aneinander. Entlang jeder Bruchkante werden beide Falten an den unterliegenden Stoff angenäht. Am Ende dieser Naht, die sehr kurz, aber auch länger sein kann, bildet sich eine tiefe Springfalte, die zum Betrachter hin aufspringt. Die Kellerfalte ist somit die Kehrseite einer Quetschfalte. * Quelle: Wikipedia
 
Die Theorie hört sich sehr trocken an, ist doch aber auch ganz interessant. Tatsächlich ist diese Art der Falte im 18. Jahrhundert aufgekommen  und in Obergewändern eingenäht worden, um die nötige Weite für Reifröcke zu geben. Ich hingegen bringe diese Falte, gerade an der Rückseite von Oberteilen zunächst immer mit Trachtenjacken in Verbindung.  
 
 
 
 
Da ich hier diesen geradlinigen Schnitt mit einem schlichten grauen Stoff kombiniert habe, kombiniere ich das Outfit gern mit einem etwas auffälligerem Schmuckstück. Diese lange silberne Kette mit dem  runden Anhänger wirkt auf dem Stoff wunderschön.
 
 
Und das Wichtigste zum Schluß. Welche Änderungen habe ich selbst an dem Schnitt vorgenommen?
 
Ich trage bei gekauften Sachen Konfektionsgröße 42 bei einer Körpergröße von 1,80m . Diese Frau Yoko aus Webware habe ich in Größe L ohne Nahtzugabe ausgeschnitten. Da ich sie ausschliesslich mit der Overlock genäht habe, geht so vom Schnitt 0,7 cm durch die Naht ab. In der Länge habe ich drei Zentimeter zugegeben.
 
 
 
 
verlinkt bei RUMS
 
 
 

Montag, 3. Juli 2017

Und immer wieder mache ich gern die gleichen Fehler....

Nach einigen Jahren Näherfahrung weiß man eigentlich,  wie der Hase läuft. Sollte man meinen, oder? So zum Beispiel bei der Größenwahl eines Schnittes. Und trotzdem tappt man gern mal wieder in die gleichen Fallen.

Wie finde ich die richtige Größe für mein Nähprojekt?


Eine immer wieder gestellte Frage, die viele herumtreibt, wenn Sie sich einen Schnitt ausgesucht haben und nun das Projekt beginnen wollen. In den Beschreibungen ist stets eine Körpermaßtabelle mit angegeben, anhand derer man sich selber vermessen und dann die entsprechende Konfektionsgröße ablesen kann. Daran scheitern meist schon all diejenigen, die nicht den Norm Proportionen entsprechen und gern zwischen Oberweite und Hüfte sich über drei Konfektionsgrößen verteilen.

In meinem Fall habe ich das Glück, dass ich nach den Körpermaßtabellen immer in einer Konfektionsgröße lande und zwar passt es so 100%ig, dass ich eigentlich jubeln müsste. Allerdings ist diese Konfektionsgröße nicht die Größe, die ich bei den meisten gekauften Kleidungsstücken trage, sondern immer stets eine Größe mehr.

In solchen Fällen hilft immer, das Schnittmuster auf bereits gut sitzende Kleidungsstücke zu halten, um eine Gefühl für die Passgenauigkeit zu haben. Hinzu kommt, dass man anhand der Beschreibung und der Designbeispiele einen guten Blick für die Form des Kleidungsstück erhalten kann -sitzt es eher körperbetont oder leger.

Auch das habe ich schon, gefühlte hundert Mal, probiert und nach meinen Vorstellungen die Schnittmuster abgeändert. Und trotzdem passiert es dann beim Hundert und ersten Mal, dass ich wieder in alte Muster zurückfalle, mich auf die angegebene Tabelle und die Beschreibung, die immer wieder auf die Körpermaßtabelle verweist, verlasse und einfach los nähe, ohne kritisch zu hinterfragen.



So geschehen bei meinem ersten Testversuch mit der Sommerbluse von Leni Pepunkt. Der gepunktete Viskosestoff war ein Überbleibsel aus dem letzten Jahr und perfekt für dieses Projekt, aber leider eine Nummer zu groß. Selbst der weich fallende Stoff , vertuscht die falsche Größe nicht und so fühle ich mich definitiv nicht wohl in diesem Shirt.


Also noch einmal ran an die Maschine und das Ganze eine Nummer kleiner genäht. Diesmal aus einem butterweichen wunderbar fallendem Viskosestoff von Lara (aka 1000Stoff) . Und was soll ich Euch sagen? Der Schnitt gefällt mir super und in der richtigen Größe fühle ich mich darin pudelwohl.



Ich ärgere mich allerdings gern über mich selbst, hinterher, warum warst Du nur wieder so blöd, du weißt es doch vorher, warum .... ja warum habe ich einfach nicht auf meine Erfahrung gehört? Weil ich einfach zu schnell zu viel wollte.


Einfach schnell eine Sommerbluse nähen, Schnitt kopieren, schnell ausschneiden, fertig. Aber so geht es nicht. Es lohnt sich immer wieder lieber noch mal kritisch zu hinterfragen, habe ich den richtigen Schnitt, die richtige Größe, die richtige Stoffwahl für dieses Projekt, lieber noch mal eine Nacht drüber schlafen.


Und ich kann euch sagen, die Nähprojekte laufen ja nicht weg. Natürlich habe ich auch noch andere Blusen im Schrank, ich muss jetzt nicht im Hochsommer im Wollpullover auf die Straße. Und doch treibt dieser Ansporn ,möglichst schnell etwas zu nähen, oft in die falsche Richtung.




Ich hoffe, dass ich mir auch dieses Projekt wieder eine Lehre gewesen sein wird und ich es mir abgewöhnen kann, in alte Muster zurück zu verfallen. Bitte erinnert mich bei Gelegenheit immer wieder gern daran. 

Aber zum Schluß habe ich noch einen Goodie für Euch. Die gepunktete Sommerbluse würde ich gern an jemanden abgeben, der sich darüber freuen würde. Genäht habe ich die Bluse in Größe 44 . Die Oberweite des fertigen Stückes beträgt 112 cm. Da sie nach unten gerade verläuft ist die Weite an der Hüfte identisch.


Wer diese Bluse gern tragen würde, hinterlässt unter diesem Beitrag bis zum 07.07.2017 einen Kommentar. Ich lose dann aus.


verlinkt bei HandmadeonTuesday, Creadienstag, 12coloursofhandmadefashion,


Mittwoch, 14. Juni 2017

Ein lässiger Pullunder - oder wie ihr ganz leicht aus einem bestehenden Schnittmuster eure eigenen Ideen umsetzen könnt.

Was macht Ihr mit euren Stoffresten?

Eine oft gestellte Frage, denn nach jedem Nähprojekt bleibt meist eine mehr oder minder große Menge an Stoff übrig; zu Schade zum Wegwerfen und oft nicht ausreichend für ein weiteres Projekt.
 
Gute Resteverwertung lässt sich mit Stoffteilen machen, die zumindest noch eine gewisse Länge und Breite aufweisen. Ich habe sie in der Vergangenheit dann oft als Kindershirt vernäht (aber auch der Junior wird immer größer und braucht inzwischen mindestens einen Meter Stoff für ein tragbares Shirt).
 
Bei diesem schlicht dunkelblauen Jersey hatte ich mich beim Stoffeinkauf, obwohl ich das Projekt im Kopf hatte, grandios in der Menge vertan und noch eine gute Länge von ca. 70 cm über.

Pullunder - nach eigenem Schnitt
Genäht habe ich dann einen legeren Pullunder in leichter A Linie , mit V- Ausschnitt und Seitenschlitzen am Saum.
 
 
Wie ihr aus einem vorhandenen Schnittmuster schnell einen Pullunder zaubern könnt, versuche ich gern mal in Worte zu fassen:
 
Ihr greift aus eurem Schnittmusterfundus ein gut sitzendes schlichtes Oberteil heraus. Um die A- Linienform zu erhalten, habe ich das Vorderteil, welches im Stoffbruch zugeschnitten wird, leicht schräg an die Bruchkante des Stoffes gelegt. Oben am Ausschnitt lag das Schnittmuster wie gewohnt an der Stoffkante an, nach unten hin habe ich es ca. 3 cm von der Stoffkante verschoben.
 
Den V-Ausschnitt habe ich nach Augenmaß eingefügt und dann das komplette Vorderteil im Stoffbruch einmal auseinander geschnitten. Die Kanten der beiden Vorderteile rundherum  mit der Overlock oder einem Zickzackstich der Nähmaschine versäubern.
 

Ein einfacher V-Ausschnitt der garantiert gelingt:

Ich habe anschließend die beiden vorderen Hälften wieder mit einem normalen Geradestich der Nähmaschine zusammengesetzt, bis ca. 1 cm unter dem Ansatz des V-Ausschnitts.  
 
Die Nahtzugabe dann nach außen bügeln, ebenso wie den nach innen umgeklappten Rand des V-Ausschnittes. Mit einem einfachen Geradstich habe ich die vordere Mittelnaht rechts und links abgesteppt, inklusive des umgeklappten Ausschnittes.
 
Und so sah es dann aus:
 

ein einfacher V-Ausschnitt, der garantiert gelingt


Auch das Rückenteil, welches analog dem Vorderteil zugeschnitten wurde, habe ich in der Mitte auseinandergeschnitten, die Kanten versäubert und dann mit der Nähmaschine wieder geschlossen. Die Nahtzugaben auseinandergebügelt und rechts und links der Rückennaht abgesteppt.
 
Rückenansicht

Die Abschlüsse an der Seite habe ich wie schon hier mit Seiten-schlitzen versehen.
 
Seitenschlitze am Saum
Die Armausschnitte, deren Kanten auch versäubert wurden, sind einfach ca. 1 cm nach innen umgeschlagen und mit einem einfachen Geradestich festgesteppt. 
 
 
 
Ihr seht ein nähtechnisch sehr einfaches , aber ansprechendes Oberteil ist fix aus einem herumliegenden Stoffrest entstanden. Und wer bei dem Wort Pullunder sofort die Assoziationen von älteren Herren oder spießigen Junggesellen im Kopf hatte, den konnte ich hoffentlich eines Besseren belehren. Mit ein wenig Pfiff und Charme kann selbst ein Pullunder ein lockeres angenehm zu tragendes Oberteil werden. Und ihr braucht dafür keinen großartigen neuen Schnittmuster, sondern könnt es nach eurem eigenen Belieben wunderbar aus einem eurer Lieblingsschnitte ableiten.
 
 
 

verlinkt bei RUMS
 
 
 
 
 
 
 
 
 

Mittwoch, 7. Juni 2017

Herzstück - ein Shirt mit vielen Variationsmöglichkeiten

Geht es Euch auch so? Kaum steigen die Temperaturen müssen schnell noch ein paar Sommerteile genäht werden.
 
Die Betonung liegt hierbei auf "schnell" und "ein paar" Sommerteile. Ist klar, oder? Rein faktisch lässt sich feststellen, es gibt genügend T-Shirts im Kleiderschrank und "mal schnell nähen" geht meistens auch in die Hose. Sich Zeit und Ruhe zu nehmen für die Anleitungen ist meist genauso hilfreich, wie noch einmal genauer über die Stoffwahl für das Kleidungsstück nachzudenken. Das sagt der Kopf. Der Bauch sagt trotzdem weiter:
 

Ich brauche dingend noch ein paar Sommershirts - schnell bitte !

 
Also gut, warum soll man nicht all seinen Verstand und Prinzipien auch mal über Bord schmeißen und ohne langes Überlegen einfach mal drauf los nähen. So geschehen auch bei diesem Sommershirt aus gepunktetem Jersey, dem neuesten Streich aus Finas Ideenschmiede.
 
Herzstück von FinasIdeen aus gepunktetem Jersey
Das Herzstück ist ein Raglanshirt und für leichte Webware oder Jersey bestimmt. Das Schnittmuster kann ganz lässig mit glatten Ärmeln oder raffinierter mit gekräuselten Ärmeln genäht werden, in Kurz - und auch in Langarmversion.
Im Rückenteil laufen die Raglannähte nicht bis zur Schulter hoch, sondern in einem Bogen über den Rücken.
 
Rückansicht zu Finas Herzstück

Hier bei mir seht ihr die Version mit den glatten Ärmeln. Aber schaut gern einmal bei Fina vorbei, dort findet ihr zu diesem Schnitt noch weitere Designbeispiele mit allen Gestaltungsmöglichkeiten, den dieser Schnitt bietet.
 
Vorderansicht Finas Herzstück mit Brustabnähern
Der Halsausschnitt wird mit einem Beleg versäubert, kann aber in der Jerseyvariante auch mit einem normalen Bündchen genäht werden. Im Vorderteil sind zwei Brustabnäher enthalten, die dem Shirt eine gelungene Passform geben. Des Weiteren ist der Schnitt leicht tailliert und verleiht mit seinem abgerundetem Saum eine weibliche Note.
 
 
 
Dieses Shirt habe ich ganz spontan ohne lange zu Überlegen aus einem Stück Restjersey, der hier bei mir gut gelagert im Stoffregal lag, genäht. Tatsächlich bin ich für diese Kurzarm-Variante in Größe 42 mit einem Meter Jersey ausgekommen. Und während sich die Dortmunder im DFB Pokal Endspiel ihren Sieg holten, war ich mit der Sommershirt Nr. 1 für dieses Jahr fertig.


Es klappt also auch mit unter dem Motto: Ich brauche mal eben schnell eine Sommershirt! Nicht immer, aber immer öfter.


Schnitt: Finas Herzstück , wurde mir im Rahmen des Probenähens kostenlos zur Verfügung gestellt
Stoff: Restjersey aus dem gut abgelagerten Stoffvorrat
verlinkt bei RUMS
 

 

Montag, 22. Mai 2017

Keine Angst vor englischsprachigen Schnittmustern - meine erste selbst genähte Umhängetasche

Es gibt sie doch unter uns, diese unterschiedlichen Nähtypen, oder? Die "Taschennäher" oder die "Kleidungsnäher", die "Patchworker", die "Jerseynäher" und die "Webwarennäher", oder der "Universalnäher". Der, der alles gern näht, egal welches Material und welche Aufgabe.

Wenn ich mich und meine Vorlieben der textilen Verarbeitung selbst einschätzen sollte, gehöre ich definitiv nicht in die Gruppe der "Taschennäher". Umso stolzer bin ich Euch heute hier auf dem Blog meine erste Umhängetasche zu präsentieren. Es ist mein erstes richtiges Taschenwerk, jenseits von Einkaufsbeuteln und  kleinen Aufbewahrungstäschchen. Und ja, ich bin auf mein Werk stolz und trage es gern -  - eine Compass Bag von Noodlehead.  



Inspiriert wurde ich dabei von Tatjana aka tillit. Wer ihren Blog oder Instagram Account kennt, weiß welch wunderschöne Taschen sie näht. Auch die Compass Bag ist bei ihr öfter in immer wieder anderen Varianten zu bestaunen.

Die Compass Bag ist eine schlichte Umhängetasche, die es in zwei unterschiedlichen Größen gibt (hier die größere Variante) . Ich mag diesen geradlinigen Schnitt, die abgesteppten Mittelnähte und die großen auf der Seitennaht aufgesetzten Taschen. Durch den rechteckigen Boden erhält die Tasche eine wunderbar volumige Form und einen tollen Stand auf dem Boden.

Ich habe für den Aussenstoff einen festen grau gewebten Taschenstoff verwendet, der nicht weiter verstärkt ist.



Innen ziert ein blau gemusterter Baumwollstoff von Stoff und Stil die Tasche, welche mit einem Magnetverschluss einfach geschlossen werden kann.



Eine große Herausforderung war für mich der Riemen. Die im Schnittmuster vorgesehene Patches mit D-Ringen und Karabinerhaken, fand ich für meinen schlichte Tasche nicht passend. So träumte ich von einem klassischen Lederriemen, den ich nach einiger Recherche hier  bestellt habe. Die Befestigung des Riemens mit Buchschrauben hat super geklappt. Ich habe für meine Prym Zange einen Lochstanzer Aufsatz gekauft, mit dem ich problemlos Löcher in den Lederriemen bekam. Die Buchschrauben sind dann einfach durch Stoff und Riemen gesteckt und mit einem Schraubendreher festgezogen.




Etwas Respekt hatte ich  zu Beginn vor dem englischen Schnittmuster. Allerdings ist die Anleitung von Noodlehead so gut illustriert, so dass jeder Nähschritt verständlich ist (hätte wohl auch geklappt, wenn die Beschreibung auf Chinesisch gewesen wäre).


Jetzt lasse ich Euch noch einen letzten Eindruck meiner ersten selbst genähten Tasche da. Ich muss schon sagen, ein wenig Blut habe ich wohl geleckt. Ob da noch ein paar folgen werden ? Mal sehen....



verlinkt bei HOT, Creadienstag , TT Taschen und Täschchen