Mittwoch, 26. April 2017

Plotten ohne Plotter.....

Plotten ohne Plotter -  Wer sagt, dass Felxfolie nur mit dem Plotter bearbeitet werden kann?
 
Mit dieser inspirierenden These forderte uns Änni auf, sich Gedanken zu kreativer Umsetzung von Folie auf Textil zu machen. Und schickte praktischerweise gleich ein paar Stücke unterschiedlich farblicher Folien mit. Genau der richtige Stein des Anstoßes für Leute wie mich, die bisher Plotter- und Folienlos durch ihr Nähleben zogen.
 
Mein Ergebnis der minimalistisch norddeutschen Umsetzung seht Ihr hier:


Ein Hingucker auf dem Rücken

Man braucht nicht zwingend einen Schneideplotter um problemlos kreative Ideen zu erfüllen. Der Schneideplotter kann als technisches Gerät perfekt wunderbare Grafiken aus aufbügelbarer Textilfolie herausschneiden, aber die Folien sind natürlich auch mit jedem anderen Schneidewerkzeug (Schere, Locher, Stanzer, Cutter) zu bearbeiten. Den von Änni zunächst vorgeschlagenen Käsehobel habe ich dann aus Rücksicht auf meine Finger auch schnell wieder aus der potentiellen Auswahl der Werkezeuge gestrichen.
  
Plotten ohne Plotter - so geht's
Perfekt fand ich die kleinen Stanzer , die wir bei uns im Haushalt in Stern- und Herzform, aber auch als Bärchen, Delphine und Sonne haben. Beherztes kräftige Zudrücken brachte auch aus der Flexfolie gute Stanzergebnisse heraus. Allerdings waren diese Motive nicht gerade die Wunschformen für ein T-Shirt, welches ich gern tragen möchte.  

Meine gesammelte Werkzeuge

Ich bin dann doch schnell auf eine Schere umgestiegen, denn damit lassen sich ja problemlos alle geometrischen Figuren (Quadrate, Dreiecke, Rauten, Rechtecke..) einfach aus der Folie schneiden. Ich habe diverse Scheren, die ich bei uns so finden konnte ausprobiert, um die feste aber doch sehr biegsame Folie optimal bearbeiten zu können. Letztendlich bin ich bei dieser kleinen Bastelschere hängen geblieben, die sich durch ihre schmalen Scherenblätter gut durch die Folie führen ließ.
 
Motiv aufzeichnen
Optimale Ergebnisse erzielt man natürlich, wenn man sich das auszuschneidende Motiv vorher auf die Folie aufzeichnet (oben auf die glänzende Seite). So herum wird es dann auch auf den Stoff gebügelt, so das hier nichts gespiegelt werden muss, anders herum ja beim Plotter, der die Folie von der anderen (matteren) Seite bearbeitet. Super wäre da natürlich ein Schreibgerät, was auf Folie zeichnet. So etwas hatte ich aber leider nicht und habe schnöde zu einem weichen Bleistift gegriffen. Oben seht ihr meine Zeichnung von dem Boot. Sieht nicht so wirklich schön aus, hat mir aber beim Zuschneiden Orientierung gegeben. Lässt sich auch danach wieder prima von der Folie wischen.

   

Die ausgeschnitten Schnipsel auf dem Stoff anordnen (klappt mit dicken Wurstfingern auch nicht so gut) , sehr hilfreich hier die Pinzette von der Overlockmaschine. Ein paar mal fluchen, weil plötzlich alles wieder verrutscht und dann ganz tief durchatmen, wenn alles so liegt, wie es später sein soll. Schnell eine Stück Backpapier drauf und mit einem warmen Bügeleisen draufdrücken, nicht hin und her bewegen und langsam bis zehn zählen. Ob das jetzt hier genau der Anleitung zu den Folien entspricht, bin ich mir nicht sicher, aber bei mir brachte es das erwünschte Ergebnis.


Das Ganze ein wenig abkühlen lassen und dann die Trägerfolie oben ganz vorsichtig mit der Pinzette abziehen. Fertig.
 
Einfach, genial und ohne großes technisches Equipment umzusetzen. Da ich persönlich für mich auch keine großen Plots vorn auf der Brust tragen mag, ist es die perfekt Alternative. Denn hier oder da ein kleiner Eyecatcher, an den Ausschnitten, auf dem Ärmel am Saum, lässt sich problemlos und viel einfacher nur mit der Schere aus der Folie schneiden.
 
Darum zeige ich euch hier noch mal in Gänze mein erstes Shirt aus dem Buch "Alles Jersey" von  Stefanie Brugger aka Herzekleid. Dies ist das Modell "Rügen" mit U-Boot-Ausschnitt und abgerundetem Saum an Vorder- und Hinterteil. Die Beleg am Hals und auch am Saum sind beide mit Belegen versäubert.

Shirt "Rügen" aus dem Buch "Alles Jersey" von Stefanie Grubber
Dieses leicht maritim angehauchte Shirt (man beachte bitte, dass ich diesmal keine Streifen vernäht habe) hat dann von auf der Rückseite ein dezentes maritimes Motiv aus Flexfolie bekommen.

 
So , und was mache ich nun? Ich wollte mir doch schon ewig einen Plotter kaufen und ehrlich gesagt, habe ich durch diese wundervolle Aktion von Änni erst Recht Blut geleckt. Denn so wundervolle Schriftzüge kann ich mit der Schere wohl doch nicht ausschneiden. Ich gehe dann mal ein wenig auf Recherche .....
 


verlinkt bei RUMS, ÄnnisKonfettiParty
 







Mittwoch, 19. April 2017

Mein Wunschoutfit...

Könnt Ihr Euch noch erinnern? Im Januar haben sich Mira und Dagmar eine wunderbare Aktion ausgedacht, um die Nähwelt herauszufordern, Ihnen noch ein nachträgliches Weihnachtsgeschenk zu machen. Der Anreiz war der Gewinn eines Stoffpaketes aus Miras Onlineshop. Dafür reichte aber kein einfacher Kommentar, sondern hier wurden die Kreativen gefordert, selbst zu überlegen, nachzudenken, auszuwählen und etwas zu Papier zubringen.


Gezieltes Stöbern nach Stoffen, die einem gefallen und dann die Vorstellungen des eigenen Wunschoutfits auf Papier bringen.


Stoffe inspirieren häufig beim reinen Anblick zu einem bestimmten Kleidungsstück. Die Assoziation, was daraus genäht werden könnten, entspringt spontan im Kopf.
Vergleichen kann man diesen Prozess ähnlich dem des Schreibens eines Blogbeitrags. Ideen und spontane Eingebungen sind meist vielfältig  vorhanden. Diese aber wohlgeordnet auf Papier zu bringen (im übertragenen Sinne ) ist wieder eine ganz andere Herausforderung. Und sowohl aus dem Outfit, wie aus einem Blogbeitrag, soll am Ende eine runde Sache entstehen, die uns erfreut und in der wir uns wohlfühlen.



Das mit dem Wohlfühlen kann ich, zumindest was das Wunschoutfit angeht, sehr wohl bejahen. Ein rot-weiß geringeltes Langarmshirt ist weder revolutionär noch selten, aber definitiv ein Kleidungsstück, welches ich gern und oft trage. Zusammen mit einem leichten Wollwalkmantel entsteht eine bequeme und alltagstaugliche Kombination, fernab von modischen Trends.




Genäht habe ich dieses legere Outfit an dem Nähwochenende Ende Februar in Lüneburg. Das Treffen gab mir für beide Projekte die nötige Zeit und Ruhe, so das sie auch an einem Stück gefertigt werden konnten. Zuhause passiert mir es oft, dass ein Teil dann als sogenannten UFO (unfertiges Objekt) gern mal auf dem Nähtisch liegen bleibt;  sind die Reize eines neuen Projektes immer in greifbarer Nähe.

Zu den Schnitten muss ich an dieser Stelle, denke ich, nicht mehr viele Worte verlieren. Die jErika von Danie war der erste Mantel, den ich mir genäht habe. Bevor ich jedoch diesen sehr hochwertigen Stoff anschnitt, welches mir eine ganze Menge Respekt abverlangt, habe ich den Schnitt aus einer günstigen Fleecedecke genäht, um den Sitz an meiner Figur zu überprüfen.

Aber nun schaut Euch gern die Fotos an, die die liebe Dominique mit mir in Kiel vor der Universität geschossen hat: 





Und? Was fehlt im Wunschoutfit? Na klar, das blaue XXL Dreieckstuch.....der dazugehörige Stoff liegt wohlgelagert im Stoffregal und ist der Meinung, dass er vielleicht doch was anderes werden möchte als ein Tuch. 


Gut geplant ist halb gewonnen,
Zeichnen hilft beim Umsetzen von Ideen,
beim Nähen spontan anders zu entscheiden ist kreativ
und alles über den Haufen zu werfen ist mehr als menschlich.

In dem Sinne wünsche ich uns allen viele weitere kreative Projekte mit mehr oder weniger professioneller, aber auf jeden Fall immer individueller Umsetzung.



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Mittwoch, 5. April 2017

Der Tag , an dem ich anfing Hosen zu nähen....

Da liegt sie im Bett und liest ein Buch....Und das soll der Tag sein, an dem ich anfing, Hosen zu nähen ???

 
Nein, natürlich nicht !
....
Hosen habe ich schon ein paar genäht: Jogginghosen, kurze Hosen für den Strand, Schlafanzughosen, Hosen für den Fasching
....
Aber noch nie so eine richtige Hose, die ich auch so im Alltag auf der Straße anziehen würde.
 
 
 
Wie? Ihr denkt jetzt bestimmt, dass ich mit der Glücksklee Hose auf die Straße gehe...Nein, keine Angst. So schlimm ist es bei mir nicht. Natürlich ist auch das hier eine Schlafanzughose, die ich vornehmlich trage, wenn ich mich in die Federn kuschel. Außer mir muss wohl nur meine Familie den Anblick ertragen.
 
 
Ich habe hier eine Pyjamahose genäht, eine Bequemhose, eine wie auch immer sie heißen soll Hose. Aber das Schnittmuster ist eigentlich gedacht für einen Jumpsuit, sommerlich leicht und luftig. Zum schnell Reinschlüpfen für die warmen Tage, einfach so zum bequemen Überwerfen am Strand und trotzdem cool aussehen.
 
Es ist das Schnittmuster Julika von Danie aka prülla. Aber Julika ist mehr als ein Jumpsuit. Julika ist auch ein tolles Top, eine super kurze Sommerhose, ein tolle lange Hose, eine Jogginghose, eine Schlafanzughose, aber auch definitiv ein Hosenschnitt, der, kombiniert mit dem richtigen Stoff, alltagstauglich oder sogar edel sein kann. Ihr könnt aus dem einen Schnittmuster alles für euch erdenkliche zaubern und immer wieder neu kombinieren und gestalten.
 
 
Und für mich war es quasi auch mit eine Initialzündung, denn ich habe jetzt beschlossen, ich wage mich auch an das Hosen nähen. Ich habe Vertrauen und Zuversicht gefasst, auch mal in selbstgenähte Beinkleider zu investieren, sowohl Zeit und Stoff, als auch Herzblut und Ausdauer (falls das mal nicht mehr so erscheinen sollte, erinnert mich bitte daran).
 
 
Der Hosenschnitt der Julika besticht mit Kellerfalten, die am Bund angesetzt sind, aber weder das Grauen der frühen Bundfalten hervorrufen, noch in irgendeiner anderen Art und Weise auftragen. Und ich kann das mit Fug und Recht behaupten, denn auch Frauen mit weiblicheren Rundungen und vielleicht etwas kräftigeren Oberschenkeln (so wie ich) können sich hier ruhig mal an das Schnittmuster herantrauen. Zwei seitliche Eingriffstaschen runden das Ganze ab.
 
 
Und natürlich gab es zu der Schlafanzughose auch ein passendes Oberteil, hier eine "Frau Karla" von Fritzi und Schnittreif, versehen mit einem wunderbaren meerweh-Plott, den mir die liebe Dominique (kreamino) geschenkt hat. Den Plott gibt es jetzt übrigens kostenlos als Download im Stoffbüro.
 
Also, da kann es doch auch nur mit den guten Träumen klappen, oder? Bei so viel Glücksklee um mich herum und der Sehnsucht nach dem Meer auf der Schulter, schlafe ich jetzt immer hervorragend.
 
Liebe Grüße, Eure Kirsten
 
 
Hose: Julika von Prülla (wurde mir im Rahmen eines Probenähens zur Verfügung gestellt)  aus einem Jersey von bygraziela genäht in Größe 42, im Bund um 2 cm verlängert;
Schnitt Shirt: "Frau Karla" von Fritzi Schnittreif aus einem dunkelgrauen Viskosejersey;
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Mittwoch, 29. März 2017

Ich und pink ?????

Ich bin nicht die Einzige, die sich diese Frage im letzten Monat gestellt hat. Was hat Selmin  von Tweed & Greet da nur angestellt?

Jeden Monat wirft Sie eine neue Farbe in die Runde und im Rahmen ihrer Nähchallenge "12 colours of handmade Fashion"  kann jeder seine eigenen Gedanken, Ideen und Kreationen zu dieser Farbe entwickeln.

Am Ende des Monats finden sich so viele unterschiedliche Projekte, alle selbstgemacht und in so unterschiedlichen Interpretationen. Ich persönlich bin immer sehr gespannt auf die Farbkombinationen, die zusammen mit der in dem Monat ausgelobten Hauptfarbe gezeigt werden. Noch nie habe ich mich selber mit dem Farbthema so intensiv auseinandergesetzt.
Besonders schlimm wird es, wenn es doch auch gleichzeitig so reichhaltige Stoffe in allen nur erdenklichen Farbtönen gibt, die wir uns selber nach eigenen Wünschen zusammenstellen können. So bin ich auf Fuchsia gestoßen.

Was ist Fuchsia überhaupt für eine Farbe?

Ich habe leider keine hinlänglichen Kenntnisse im Bereich der Farbenlehre, aber da wir im 21. Jahrhundert leben, fragt man in so einem Fall Google. Und Google antwortet mir, Fuchsia wird auch Magenta genannt und ist ein kräftiges Rot-Blau. Und ja, da ist sie wieder..... meine Lieblingsfarbe Blau. 


Blau ist definitiv eine kombistarke Farbe zu diesem Farbton und lässt sie noch kräftiger leuchten, als durch die weißen Streifen schon vorgegeben. 


Fuchsia wirkt aber auch in Kombination mit sanfteren Tönen, wie hier mit taupe wundervoll. Aber wie ihr seht, ist auch bei der oben genähten Else, die ich Euch hier auf dem Blog schon mal vorgestellt habe, wieder Blau mit im Spiel.

Dunkelblauen Jersey hatte ich übrigens schon zur Hand, als ich aus dem Fuchsia/Off-White Jersey aus dem Stoffbüro ein Shirt nähen wollte. Ich habe lange überlegt, wie ich das Blau mit in das Shirt bringe. Zum Beispiel hat Danie aka Prülla vor ein paar Wochen eine wirklich gelungene Colour Blocking Variante dazu gezeigt.


Ich habe den blauen Jersey immer um den Stoff herumgeschoben, als aufgesetzte Tasche, als Bündchen, als Saumabschluss... und was ist letzendlich dabei herausgekommen? Ich habe den dunkelblauen Jersey nicht verwendet  und lasse die Fuchsia Streifen im schlichten Design einfach wirken.




Das Gefährliche an dieser Nähchallenge ist, dass man die Farbe, die sich da einen Monat im Kopf einnistet, die einen Monat durch die sozialen Medien geistert, die so viel inspirierende Blogposts hervorruft, leider so schnell nicht wieder aus dem Kopf verschwindet.

Der nächste Jersey ist schon gekauft. Pink in Kombination mit Grau. Meine kühlen Farben, die ich liebe und zu denen meine Hand sich immer wieder automatisch streckt. Ob ich den Stoff vielleicht auch mit dunkelbalu kombinieren sollte? Was meint ihr?

Ich denke noch mal eine Runde nach....


Liebe Grüße, Eure Kirsten


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Mittwoch, 15. März 2017

Schnittmustermix - das Beste aus zwei veschiedenen Schnitten

Erinnert ihr Euch noch an meinen Pullover nach dem Schnittmuster "Toaster2" von "Sew House Seven"?

Letzte Woche habe ich Euch meine Version davon hier auf dem Blog vorgestellt. Ein schlichter, bequemer Pullover, der aber durch sein Design besticht.

Das Schnittmuster stammt aus der Feder von Peggy, kreativer Kopf von "Sew House Seven". Und von den bequemen schlichten Toaster Sweatern gibt es eigentlich zwei. Hier unten in der Zeichnung könnt ihr die beiden Varianten erkennen:


Quelle: Sew House Seven


Links seht ihr den Toaster2, den ich Euch letzte Woche vorgestellt habe,  und rechts, das Raglanshirt mit Stehkragen und breiten Saumbund - Toaster1. Beide Schnittmuster gibt es in der Deutschen Übersetzung bei Annika von Nähconnection. Da kann Frau sich nur schwer zusammenreißen und kauft natürlich gern beide Schnittmuster.
 
Und wie Ihr natürlich schon anhand der Überschrift zu diesem Blogbeitrag ahnt, habe ich die beiden Muster munter gemischt, mir sozusagen das Beste aus Beiden herausgesucht. Und so seht ihr unten meine Taoster1/2 Version , ein Raglanshirt (ohne Stehkragen), mit gerade auslaufendem Vorder- und Rückenteil, anstatt des breiten Bundes.

 
 Dafür aber natürlich wieder mit meinen geliebten Seitenschlitzen, das Rückenteil ein paar Zentimeter länger als das Vorderteil.


Für mich das absolut perfekte bequeme Shirt, hier übrigens genäht aus einem Rippjersey von Stoff und Stil.


In der Gesamtlänge habe ich mich an dem Toaster2 orientiert, wobei ich den in der Originalvariante für mich auch um ca. 5 cm verlängert habe. So sitzt das Shirt ungefähr auf Höhe der Hüftknochen, was mir persönlich gut gefällt.


Die Raglannähte fallen leger und weit, aber ohne den Stoff auszubeulen.


 
Inzwischen mag ich das Shirt zuhause kaum ausziehen. Der Rippjersey überzeugt durch seine feste Qualität und von der Dicke des Stoffes ist es wie ein Mittelding zwischen Sweat und Jersey. Ihr merkt schon, hier wird nur jetzt nur noch gemischt. Zwei Schnittmuster, der Stoff zwischen warm und leicht - also der perfekte Frühlingsbegleiter.
 
Mich würde interessieren: Habt ihr das auch schon mal gemacht, dass ihr einfach Schnittmuster mixed?  Das Beste aus Euren persönlichen Erfahrungen ? Riesig würd ich mich über Kommentare dazu freuen.
 
Liebe Grüße, Eure Kirsten
 
Schnitt: Toaster1 und Toaster 2 von Sew House Seven
Stoff: Rippjersey von Stoff und Stil
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Mittwoch, 8. März 2017

Schlicht, lässig und bequem....

Ihr sucht nach einem Pulloverschnitt, der schlicht und einfach ist, aber trotzdem das gewisse Etwas hat? Dann schaut Euch mal den "Toaster2" aus der Schnittfabrik von "Sew house seven" an.
 
Hinter "Sew House seven" steht Peggy, die lange als Designerin und Schnittdirektrice in der Industrie gearbeitet hat bevor sie sich 2014 selbstständig machte. Ihr Fokus liegt auf alltagstauglichen Schnitten, die sowohl von Anfängern als auch von Profis genäht werden können. Ihre Leitspruch ist : "After all, a good design is a good design no matter how simple."
 
Und dies spiegelt sich meiner Meinung nach in diesem Schnitt perfekt wieder.

 
Der leichte Stehkragen, die kastige Form, die leger sitzt, geradlinig mit Seitenschlitzen... der Toaster2 hat eine ganz Menge an Kleinigkeiten zu bieten. Und im Gesamtpaket eine große Portion Bequemlichkeit und einen hohen Wohlfühlfaktor. 

 
Wer ein wenig in den sozialen Medien unterwegs ist, hat ihn sicherlich öfter gesehen. Auch ich hatte ihn schon länger im Visier, habe mich doch aber ein wenig vor einer englischen Anleitung gescheut. Umso erfreuter war ich, als Annika von Nähconnection diesen Schnitt ins Deutsche übersetzt Anfang Februar auf den Markt brachte. 

 
Die Anleitung ist sehr gut beschrieben und der Schnitt ist definitiv ruck zuck genäht und gibt schnell einen aufbauenden Näherfolg.  Wer Näheres dazu lesen möchte, wie der Schnitt gemäht wird, schaut einfach mal hier.
 

 
Für mich ein absolutes Novum war der Stoff, den ich hier verarbeitet habe - Scuba. Scuba ist ein elastischer, weicher Modestoff, der an das Neopren von Surfanzügen erinnert. Dadurch, dass er sehr fest ist und einen guten Stand hat, eignet er sich für diese kastige Form meiner Meinung nach hervorragend. Scuba besteht aus 95% Polyester und 5 % Elasthan. Auf der Wäscheleine war er gefühlt nach einer halben Stunde schon getrocknet und fertig zur Verarbeitung. Er besteht aus zwei Lagen. Die äußere Seite ist ein normaler Jerseystoff , die innere Lage ist glatt, leicht gummiartig und gibt dem ganzen den leichten Neopreneffekt. Er lässt sich einfach nähen, aber so gar nicht bügeln (dazu komme ich weiter unten noch mal).

 
Durch den festen Stand des Stoffes erhält der Sweater seine charakteristische Form. Allerdings musste ich feststellen, dass der Stoff für den Stehkragen nicht so optimal geeignet ist. Dadurch, dass er sehr dick und fest ist, legt er sich nicht automatisch nach innen. Da hilft auch kein Bügeln. Der Kragen wird nur in der Seitennaht fixiert, so dass es mir doch ab und zu passiert, dass er während des Tragens verrutscht.


Aber ich liebe ihn auch so. Er ist schnell mal übergeworfen und macht in seiner Schlichtheit ein gute Figur.



Und der Toaster2 hat auch noch eine große Schwester (oder Bruder?) Denn es gibt, ihr ahnt es schon, auch das Schnittmuster "Toaster1".  Dabei handelt es sich um einen Raglansweater, der mit kurzem Rumpf und einem breiten Bund daher kommt.

 
Und dass man die beiden Schnittmuster auch perfekt mixen kann, das zeige ich Euch in einem meiner nächsten Blogposts. Vielleicht schaut ihr dann ja wieder vorbei. Ich würde mich freuen,
 
Liebe Grüße , Eure Kirsten
 
 
Schnittmuster: Toaster2 von "Sewhouse7" in der deutschen Übersetzung von Nähconnection; das Schnittmuster könnt ihr hier erwerben
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Mittwoch, 15. Februar 2017

Oversize Pullover ... oder doch lieber nicht?

Ich gestehe. ich bin ein totaler Fan der oversize Mode. Auf Modemagazinen sehen Damen in Pullovern oder Jacken, die mindestens drei Nummer zu groß sind, lässig, elegant und schick aus. Wie kurz und unbedacht übergeworfen, aber mit Wow-Effekt.
 
Ist "oversize" nur etwas für Frauen mit Modelmaßen?
 
Ziehe ich ein oversize Oberteil über, wirkt das eher plump und zuppelig und gar nicht so elegant wie bei allen Models dieser Welt. Geht Euch das auch so?

 
Sicher kann man diese Frage nicht generell beantworten. Wie so immer ist der schöne Kompromiss; es kommt wohl auf den Typ drauf an. Die oversize Mode muss so geschickt getragen bzw. kombiniert werden, dass sie zu der jeweiligen Person passt. Und das muss jeder für sich selber ausprobieren.

 
Jetzt fragt Ihr Euch sicher schon die ganze Zeit , warum ich hier über "oversize" nachdenke, wo doch gar kein oversize Teil zu sehen ist.
 
Ich selber mag gern sportliche lässige Mode und ertappe mich immer wieder, dass ich mein Blick bei oversize Stücken hängen bleibt, auch bei Schnittmustern. So auch bei der hier gezeigten Frau ISA aus der Feder von Fritzi und Schnittreif. Als ich das Schnittmuster zum ersten Mal sah, habe ich es sofort in meinem Kopf gespeichert. Überschnittene Ärmel, kantig, oversize Look eben. Klasse. Und dann dieser tolle breite Kragen. 

 
An einigen Designbeispielen zu diesem Schnitt war schon zu erkennen, dass der Pullover wirklich sehr weit ausfällt, was mich ein wenig ins Grübeln gebracht hat. Aber anhand der Fertigmaße, die der gut beschriebenen Anleitung beiliegen, und einem Abgleich mit einem gut sitzenden Pullover , habe ich mich schnell für eine echte "undersize" Größe entschieden. Da ich normalerweise Konfektionsgröße 42 trage, ist "L" die am häufigsten genähte Größe. Hier seht ihr das erste Mal einen Pullover in "S", den ich für mich genäht habe. Diese Größenvergleicherei macht einen eigentlich immer unsicher, ob es denn tatsächlich so klappt, aber nach dreimal nachmessen und Schnittmuster auf drei Pullovern auflegen, habe ich todesmutig losgenäht.
 

 
Und was soll ich euch sagen? Er passt, er sitzt locker und lässig, so gar nicht oversize , aber auch definitiv nicht "undersize".

 
Ach so, die Seitenschlitze haben sich mal wieder eingeschlichen? Seit ich den Jumper von Fina genäht habe (könnt ihr hier noch einmal nachlesen) bin ich ein totaler Fan von Seitenschlitzen. Es besteht die Gefahr, dass ich sie jetzt überall einbaue .

 
Genäht habe ich diese Frau Isa übrigens aus einem sage und schreibe nur 80 cm breiten Rest grauen Sweatshirtstoffes, den ich hier noch liegen hatte. Daher hat es auch nur für halblange Ärmel gereicht. Aber durch das mit der linken Seite angesetzte Bündchen hat es ein bisschen den Effekt von hochgekrempelten Ärmeln.


Durch zwei Abnäher im Schulterbereich fällt das Shirt sehr gut und lässt den Oberkörper an der Stelle nicht kastig wirken.


 
Und die Moral von der Geschicht'? Ich finde den oversize Look immer noch sehr lässig und erkenne in mir ein Muster, dass ich gern zu solchen Schnitten greife. Aber anstatt diese dann in "Übergröße" zu nähen , gehe ich lieber ein oder zwei Konfektionsgrößen nach unten und habe so ein wenig den lässigen Look erhalten, aber kein übergroßes Teil.
 
Wie sind denn so Eure Erfahrungen mit dem Thema "oversize"? Mögt ihr diesen Look und bleibt ihr eher bei körperumspielenden Schnitten?
 
Liebe Grüße , Eure Kirsten
 
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