Mittwoch, 14. Juni 2017

Ein lässiger Pullunder - oder wie ihr ganz leicht aus einem bestehenden Schnittmuster eure eigenen Ideen umsetzen könnt.

Was macht Ihr mit euren Stoffresten?

Eine oft gestellte Frage, denn nach jedem Nähprojekt bleibt meist eine mehr oder minder große Menge an Stoff übrig; zu Schade zum Wegwerfen und oft nicht ausreichend für ein weiteres Projekt.
 
Gute Resteverwertung lässt sich mit Stoffteilen machen, die zumindest noch eine gewisse Länge und Breite aufweisen. Ich habe sie in der Vergangenheit dann oft als Kindershirt vernäht (aber auch der Junior wird immer größer und braucht inzwischen mindestens einen Meter Stoff für ein tragbares Shirt).
 
Bei diesem schlicht dunkelblauen Jersey hatte ich mich beim Stoffeinkauf, obwohl ich das Projekt im Kopf hatte, grandios in der Menge vertan und noch eine gute Länge von ca. 70 cm über.

Pullunder - nach eigenem Schnitt
Genäht habe ich dann einen legeren Pullunder in leichter A Linie , mit V- Ausschnitt und Seitenschlitzen am Saum.
 
 
Wie ihr aus einem vorhandenen Schnittmuster schnell einen Pullunder zaubern könnt, versuche ich gern mal in Worte zu fassen:
 
Ihr greift aus eurem Schnittmusterfundus ein gut sitzendes schlichtes Oberteil heraus. Um die A- Linienform zu erhalten, habe ich das Vorderteil, welches im Stoffbruch zugeschnitten wird, leicht schräg an die Bruchkante des Stoffes gelegt. Oben am Ausschnitt lag das Schnittmuster wie gewohnt an der Stoffkante an, nach unten hin habe ich es ca. 3 cm von der Stoffkante verschoben.
 
Den V-Ausschnitt habe ich nach Augenmaß eingefügt und dann das komplette Vorderteil im Stoffbruch einmal auseinander geschnitten. Die Kanten der beiden Vorderteile rundherum  mit der Overlock oder einem Zickzackstich der Nähmaschine versäubern.
 

Ein einfacher V-Ausschnitt der garantiert gelingt:

Ich habe anschließend die beiden vorderen Hälften wieder mit einem normalen Geradestich der Nähmaschine zusammengesetzt, bis ca. 1 cm unter dem Ansatz des V-Ausschnitts.  
 
Die Nahtzugabe dann nach außen bügeln, ebenso wie den nach innen umgeklappten Rand des V-Ausschnittes. Mit einem einfachen Geradstich habe ich die vordere Mittelnaht rechts und links abgesteppt, inklusive des umgeklappten Ausschnittes.
 
Und so sah es dann aus:
 

ein einfacher V-Ausschnitt, der garantiert gelingt


Auch das Rückenteil, welches analog dem Vorderteil zugeschnitten wurde, habe ich in der Mitte auseinandergeschnitten, die Kanten versäubert und dann mit der Nähmaschine wieder geschlossen. Die Nahtzugaben auseinandergebügelt und rechts und links der Rückennaht abgesteppt.
 
Rückenansicht

Die Abschlüsse an der Seite habe ich wie schon hier mit Seiten-schlitzen versehen.
 
Seitenschlitze am Saum
Die Armausschnitte, deren Kanten auch versäubert wurden, sind einfach ca. 1 cm nach innen umgeschlagen und mit einem einfachen Geradestich festgesteppt. 
 
 
 
Ihr seht ein nähtechnisch sehr einfaches , aber ansprechendes Oberteil ist fix aus einem herumliegenden Stoffrest entstanden. Und wer bei dem Wort Pullunder sofort die Assoziationen von älteren Herren oder spießigen Junggesellen im Kopf hatte, den konnte ich hoffentlich eines Besseren belehren. Mit ein wenig Pfiff und Charme kann selbst ein Pullunder ein lockeres angenehm zu tragendes Oberteil werden. Und ihr braucht dafür keinen großartigen neuen Schnittmuster, sondern könnt es nach eurem eigenen Belieben wunderbar aus einem eurer Lieblingsschnitte ableiten.
 
 
 

verlinkt bei RUMS
 
 
 
 
 
 
 
 
 

Mittwoch, 7. Juni 2017

Herzstück - ein Shirt mit vielen Variationsmöglichkeiten

Geht es Euch auch so? Kaum steigen die Temperaturen müssen schnell noch ein paar Sommerteile genäht werden.
 
Die Betonung liegt hierbei auf "schnell" und "ein paar" Sommerteile. Ist klar, oder? Rein faktisch lässt sich feststellen, es gibt genügend T-Shirts im Kleiderschrank und "mal schnell nähen" geht meistens auch in die Hose. Sich Zeit und Ruhe zu nehmen für die Anleitungen ist meist genauso hilfreich, wie noch einmal genauer über die Stoffwahl für das Kleidungsstück nachzudenken. Das sagt der Kopf. Der Bauch sagt trotzdem weiter:
 

Ich brauche dingend noch ein paar Sommershirts - schnell bitte !

 
Also gut, warum soll man nicht all seinen Verstand und Prinzipien auch mal über Bord schmeißen und ohne langes Überlegen einfach mal drauf los nähen. So geschehen auch bei diesem Sommershirt aus gepunktetem Jersey, dem neuesten Streich aus Finas Ideenschmiede.
 
Herzstück von FinasIdeen aus gepunktetem Jersey
Das Herzstück ist ein Raglanshirt und für leichte Webware oder Jersey bestimmt. Das Schnittmuster kann ganz lässig mit glatten Ärmeln oder raffinierter mit gekräuselten Ärmeln genäht werden, in Kurz - und auch in Langarmversion.
Im Rückenteil laufen die Raglannähte nicht bis zur Schulter hoch, sondern in einem Bogen über den Rücken.
 
Rückansicht zu Finas Herzstück

Hier bei mir seht ihr die Version mit den glatten Ärmeln. Aber schaut gern einmal bei Fina vorbei, dort findet ihr zu diesem Schnitt noch weitere Designbeispiele mit allen Gestaltungsmöglichkeiten, den dieser Schnitt bietet.
 
Vorderansicht Finas Herzstück mit Brustabnähern
Der Halsausschnitt wird mit einem Beleg versäubert, kann aber in der Jerseyvariante auch mit einem normalen Bündchen genäht werden. Im Vorderteil sind zwei Brustabnäher enthalten, die dem Shirt eine gelungene Passform geben. Des Weiteren ist der Schnitt leicht tailliert und verleiht mit seinem abgerundetem Saum eine weibliche Note.
 
 
 
Dieses Shirt habe ich ganz spontan ohne lange zu Überlegen aus einem Stück Restjersey, der hier bei mir gut gelagert im Stoffregal lag, genäht. Tatsächlich bin ich für diese Kurzarm-Variante in Größe 42 mit einem Meter Jersey ausgekommen. Und während sich die Dortmunder im DFB Pokal Endspiel ihren Sieg holten, war ich mit der Sommershirt Nr. 1 für dieses Jahr fertig.


Es klappt also auch mit unter dem Motto: Ich brauche mal eben schnell eine Sommershirt! Nicht immer, aber immer öfter.


Schnitt: Finas Herzstück , wurde mir im Rahmen des Probenähens kostenlos zur Verfügung gestellt
Stoff: Restjersey aus dem gut abgelagerten Stoffvorrat
verlinkt bei RUMS
 

 

Montag, 22. Mai 2017

Keine Angst vor englischsprachigen Schnittmustern - meine erste selbst genähte Umhängetasche

Es gibt sie doch unter uns, diese unterschiedlichen Nähtypen, oder? Die "Taschennäher" oder die "Kleidungsnäher", die "Patchworker", die "Jerseynäher" und die "Webwarennäher", oder der "Universalnäher". Der, der alles gern näht, egal welches Material und welche Aufgabe.

Wenn ich mich und meine Vorlieben der textilen Verarbeitung selbst einschätzen sollte, gehöre ich definitiv nicht in die Gruppe der "Taschennäher". Umso stolzer bin ich Euch heute hier auf dem Blog meine erste Umhängetasche zu präsentieren. Es ist mein erstes richtiges Taschenwerk, jenseits von Einkaufsbeuteln und  kleinen Aufbewahrungstäschchen. Und ja, ich bin auf mein Werk stolz und trage es gern -  - eine Compass Bag von Noodlehead.  



Inspiriert wurde ich dabei von Tatjana aka tillit. Wer ihren Blog oder Instagram Account kennt, weiß welch wunderschöne Taschen sie näht. Auch die Compass Bag ist bei ihr öfter in immer wieder anderen Varianten zu bestaunen.

Die Compass Bag ist eine schlichte Umhängetasche, die es in zwei unterschiedlichen Größen gibt (hier die größere Variante) . Ich mag diesen geradlinigen Schnitt, die abgesteppten Mittelnähte und die großen auf der Seitennaht aufgesetzten Taschen. Durch den rechteckigen Boden erhält die Tasche eine wunderbar volumige Form und einen tollen Stand auf dem Boden.

Ich habe für den Aussenstoff einen festen grau gewebten Taschenstoff verwendet, der nicht weiter verstärkt ist.



Innen ziert ein blau gemusterter Baumwollstoff von Stoff und Stil die Tasche, welche mit einem Magnetverschluss einfach geschlossen werden kann.



Eine große Herausforderung war für mich der Riemen. Die im Schnittmuster vorgesehene Patches mit D-Ringen und Karabinerhaken, fand ich für meinen schlichte Tasche nicht passend. So träumte ich von einem klassischen Lederriemen, den ich nach einiger Recherche hier  bestellt habe. Die Befestigung des Riemens mit Buchschrauben hat super geklappt. Ich habe für meine Prym Zange einen Lochstanzer Aufsatz gekauft, mit dem ich problemlos Löcher in den Lederriemen bekam. Die Buchschrauben sind dann einfach durch Stoff und Riemen gesteckt und mit einem Schraubendreher festgezogen.




Etwas Respekt hatte ich  zu Beginn vor dem englischen Schnittmuster. Allerdings ist die Anleitung von Noodlehead so gut illustriert, so dass jeder Nähschritt verständlich ist (hätte wohl auch geklappt, wenn die Beschreibung auf Chinesisch gewesen wäre).


Jetzt lasse ich Euch noch einen letzten Eindruck meiner ersten selbst genähten Tasche da. Ich muss schon sagen, ein wenig Blut habe ich wohl geleckt. Ob da noch ein paar folgen werden ? Mal sehen....



verlinkt bei HOT, Creadienstag , TT Taschen und Täschchen






Mittwoch, 17. Mai 2017

Ganz schnell genäht - ein lässiger Streifenpullover

Lässig legere Pullover gibt es in meinem Kleiderschrank nie genug. Und Oberteile mit Streifen sowieso nie. Wenn diese beiden Aussagen auf Euch auch zutreffen, dürft ihr hier gern weiterlesen (alle anderen natürlich auch gern).
 
Ich liebe Streifen, vorzugsweise auf Stoff und am Liebsten in blau und weiß.

Wen wundert es da noch, dass ich bei der aktuellen Aktion von "Ein Stoff = viele Möglichkeiten" nicht "Nein" sagen konnte.

Petra, auch bekannt unter ihrem Bloggernamen "Pepelinchen", stellt zum 20. eines Monats einen vergünstigten Stoff in ihren Shop und eröffnet dazu dann eine Linkparty (Nun sage mal einer, die Stoffhändler interessiere es nicht, was ihre Kunden aus dem gekauften Material alles zaubern....).


Toaster Sweater #2 von sewhouse7
 
Ende April präsentierte uns Petra zwei wundervolle Streifenjerseys. Beide zur Auswahl stehenden Stoffe zeigten blau-weiße Ringel, einmal schmaler, einmal etwas breiter. Ich musste einfach zuschlagen und den Stoff kaufen. Und da ich beide so wunderschön fand und immer Ideen habe, was ich aus gestreiftem Jersey nähen kann, landeten wie von Zauberhand beide Stoffe im Warenkorb.  
 
 
 
Nach einer Runde Waschmaschine landete der Erste auch sofort unter den Nähnadeln. Schon länger hatte sich in meinem Kopf der Wunsch festgesetzt, noch einmal den Sweater "Toaster II" zu nähen. Meine erste Version dieses Schnittes, den ich euch hier schon einmal hier gezeigt habe, hatte ich damals aus SCUBA, einem neoprenähnlichen Sweat genäht. Allerdings wie sich im nachhinein herausstellte, doch eine Nummer zu groß. Dieses Schnittmuster wirkt sehr gut mit einem Stoff, der etwas Stand aufweist und ich bin mit dem Punta Yarn Jersey sehr zufrieden. Er trägt sich leicht und bequem und gibt aber dem Schnitt trotzdem den nötigen Halt.
 

 
 
Genäht habe ich den Toaster  Sweater #2 hier in Größe M, verlängert um 5 Zentimeter, ohne die im Schnitt eigentlich vorgesehenen Seitenschlitze.
 
 
Natürlich musste ich dann auch die ersten Sonnenstrahlen seit längerem ausnutzen, um draußen einige Fotos , mal eben auf die Schnelle, von diesem schon jetzt sehr geliebten Sommerpullover zu machen.


 
Besonders schön wirken diese klassischen blau weißen Streifen vor einem sommerlich blauem Himmel mit kleiner Wattewolke. Deshalb lasse ich das letzte Bild jetzt auf euch wirken und schaue mir mal alle die anderen schönen Kleidungsstücke an, die aus diesen Stoffen entstanden sind.
 

verlinkt bei RUMS  und bei 1 Stoff = viele Möglichkeiten
Schnitt: Toaster Sweater #2 von sewhouse7 , gibt es auch in deutscher  Übersetzung bei nähconnection
 
 
 
 

Mittwoch, 26. April 2017

Plotten ohne Plotter.....

Plotten ohne Plotter -  Wer sagt, dass Felxfolie nur mit dem Plotter bearbeitet werden kann?
 
Mit dieser inspirierenden These forderte uns Änni auf, sich Gedanken zu kreativer Umsetzung von Folie auf Textil zu machen. Und schickte praktischerweise gleich ein paar Stücke unterschiedlich farblicher Folien mit. Genau der richtige Stein des Anstoßes für Leute wie mich, die bisher Plotter- und Folienlos durch ihr Nähleben zogen.
 
Mein Ergebnis der minimalistisch norddeutschen Umsetzung seht Ihr hier:


Ein Hingucker auf dem Rücken

Man braucht nicht zwingend einen Schneideplotter um problemlos kreative Ideen zu erfüllen. Der Schneideplotter kann als technisches Gerät perfekt wunderbare Grafiken aus aufbügelbarer Textilfolie herausschneiden, aber die Folien sind natürlich auch mit jedem anderen Schneidewerkzeug (Schere, Locher, Stanzer, Cutter) zu bearbeiten. Den von Änni zunächst vorgeschlagenen Käsehobel habe ich dann aus Rücksicht auf meine Finger auch schnell wieder aus der potentiellen Auswahl der Werkezeuge gestrichen.
  
Plotten ohne Plotter - so geht's
Perfekt fand ich die kleinen Stanzer , die wir bei uns im Haushalt in Stern- und Herzform, aber auch als Bärchen, Delphine und Sonne haben. Beherztes kräftige Zudrücken brachte auch aus der Flexfolie gute Stanzergebnisse heraus. Allerdings waren diese Motive nicht gerade die Wunschformen für ein T-Shirt, welches ich gern tragen möchte.  

Meine gesammelte Werkzeuge

Ich bin dann doch schnell auf eine Schere umgestiegen, denn damit lassen sich ja problemlos alle geometrischen Figuren (Quadrate, Dreiecke, Rauten, Rechtecke..) einfach aus der Folie schneiden. Ich habe diverse Scheren, die ich bei uns so finden konnte ausprobiert, um die feste aber doch sehr biegsame Folie optimal bearbeiten zu können. Letztendlich bin ich bei dieser kleinen Bastelschere hängen geblieben, die sich durch ihre schmalen Scherenblätter gut durch die Folie führen ließ.
 
Motiv aufzeichnen
Optimale Ergebnisse erzielt man natürlich, wenn man sich das auszuschneidende Motiv vorher auf die Folie aufzeichnet (oben auf die glänzende Seite). So herum wird es dann auch auf den Stoff gebügelt, so das hier nichts gespiegelt werden muss, anders herum ja beim Plotter, der die Folie von der anderen (matteren) Seite bearbeitet. Super wäre da natürlich ein Schreibgerät, was auf Folie zeichnet. So etwas hatte ich aber leider nicht und habe schnöde zu einem weichen Bleistift gegriffen. Oben seht ihr meine Zeichnung von dem Boot. Sieht nicht so wirklich schön aus, hat mir aber beim Zuschneiden Orientierung gegeben. Lässt sich auch danach wieder prima von der Folie wischen.

   

Die ausgeschnitten Schnipsel auf dem Stoff anordnen (klappt mit dicken Wurstfingern auch nicht so gut) , sehr hilfreich hier die Pinzette von der Overlockmaschine. Ein paar mal fluchen, weil plötzlich alles wieder verrutscht und dann ganz tief durchatmen, wenn alles so liegt, wie es später sein soll. Schnell eine Stück Backpapier drauf und mit einem warmen Bügeleisen draufdrücken, nicht hin und her bewegen und langsam bis zehn zählen. Ob das jetzt hier genau der Anleitung zu den Folien entspricht, bin ich mir nicht sicher, aber bei mir brachte es das erwünschte Ergebnis.


Das Ganze ein wenig abkühlen lassen und dann die Trägerfolie oben ganz vorsichtig mit der Pinzette abziehen. Fertig.
 
Einfach, genial und ohne großes technisches Equipment umzusetzen. Da ich persönlich für mich auch keine großen Plots vorn auf der Brust tragen mag, ist es die perfekt Alternative. Denn hier oder da ein kleiner Eyecatcher, an den Ausschnitten, auf dem Ärmel am Saum, lässt sich problemlos und viel einfacher nur mit der Schere aus der Folie schneiden.
 
Darum zeige ich euch hier noch mal in Gänze mein erstes Shirt aus dem Buch "Alles Jersey" von  Stefanie Brugger aka Herzekleid. Dies ist das Modell "Rügen" mit U-Boot-Ausschnitt und abgerundetem Saum an Vorder- und Hinterteil. Die Beleg am Hals und auch am Saum sind beide mit Belegen versäubert.

Shirt "Rügen" aus dem Buch "Alles Jersey" von Stefanie Grubber
Dieses leicht maritim angehauchte Shirt (man beachte bitte, dass ich diesmal keine Streifen vernäht habe) hat dann von auf der Rückseite ein dezentes maritimes Motiv aus Flexfolie bekommen.

 
So , und was mache ich nun? Ich wollte mir doch schon ewig einen Plotter kaufen und ehrlich gesagt, habe ich durch diese wundervolle Aktion von Änni erst Recht Blut geleckt. Denn so wundervolle Schriftzüge kann ich mit der Schere wohl doch nicht ausschneiden. Ich gehe dann mal ein wenig auf Recherche .....
 


verlinkt bei RUMS, ÄnnisKonfettiParty
 







Mittwoch, 19. April 2017

Mein Wunschoutfit...

Könnt Ihr Euch noch erinnern? Im Januar haben sich Mira und Dagmar eine wunderbare Aktion ausgedacht, um die Nähwelt herauszufordern, Ihnen noch ein nachträgliches Weihnachtsgeschenk zu machen. Der Anreiz war der Gewinn eines Stoffpaketes aus Miras Onlineshop. Dafür reichte aber kein einfacher Kommentar, sondern hier wurden die Kreativen gefordert, selbst zu überlegen, nachzudenken, auszuwählen und etwas zu Papier zubringen.


Gezieltes Stöbern nach Stoffen, die einem gefallen und dann die Vorstellungen des eigenen Wunschoutfits auf Papier bringen.


Stoffe inspirieren häufig beim reinen Anblick zu einem bestimmten Kleidungsstück. Die Assoziation, was daraus genäht werden könnten, entspringt spontan im Kopf.
Vergleichen kann man diesen Prozess ähnlich dem des Schreibens eines Blogbeitrags. Ideen und spontane Eingebungen sind meist vielfältig  vorhanden. Diese aber wohlgeordnet auf Papier zu bringen (im übertragenen Sinne ) ist wieder eine ganz andere Herausforderung. Und sowohl aus dem Outfit, wie aus einem Blogbeitrag, soll am Ende eine runde Sache entstehen, die uns erfreut und in der wir uns wohlfühlen.



Das mit dem Wohlfühlen kann ich, zumindest was das Wunschoutfit angeht, sehr wohl bejahen. Ein rot-weiß geringeltes Langarmshirt ist weder revolutionär noch selten, aber definitiv ein Kleidungsstück, welches ich gern und oft trage. Zusammen mit einem leichten Wollwalkmantel entsteht eine bequeme und alltagstaugliche Kombination, fernab von modischen Trends.




Genäht habe ich dieses legere Outfit an dem Nähwochenende Ende Februar in Lüneburg. Das Treffen gab mir für beide Projekte die nötige Zeit und Ruhe, so das sie auch an einem Stück gefertigt werden konnten. Zuhause passiert mir es oft, dass ein Teil dann als sogenannten UFO (unfertiges Objekt) gern mal auf dem Nähtisch liegen bleibt;  sind die Reize eines neuen Projektes immer in greifbarer Nähe.

Zu den Schnitten muss ich an dieser Stelle, denke ich, nicht mehr viele Worte verlieren. Die jErika von Danie war der erste Mantel, den ich mir genäht habe. Bevor ich jedoch diesen sehr hochwertigen Stoff anschnitt, welches mir eine ganze Menge Respekt abverlangt, habe ich den Schnitt aus einer günstigen Fleecedecke genäht, um den Sitz an meiner Figur zu überprüfen.

Aber nun schaut Euch gern die Fotos an, die die liebe Dominique mit mir in Kiel vor der Universität geschossen hat: 





Und? Was fehlt im Wunschoutfit? Na klar, das blaue XXL Dreieckstuch.....der dazugehörige Stoff liegt wohlgelagert im Stoffregal und ist der Meinung, dass er vielleicht doch was anderes werden möchte als ein Tuch. 


Gut geplant ist halb gewonnen,
Zeichnen hilft beim Umsetzen von Ideen,
beim Nähen spontan anders zu entscheiden ist kreativ
und alles über den Haufen zu werfen ist mehr als menschlich.

In dem Sinne wünsche ich uns allen viele weitere kreative Projekte mit mehr oder weniger professioneller, aber auf jeden Fall immer individueller Umsetzung.



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Mittwoch, 5. April 2017

Der Tag , an dem ich anfing Hosen zu nähen....

Da liegt sie im Bett und liest ein Buch....Und das soll der Tag sein, an dem ich anfing, Hosen zu nähen ???

 
Nein, natürlich nicht !
....
Hosen habe ich schon ein paar genäht: Jogginghosen, kurze Hosen für den Strand, Schlafanzughosen, Hosen für den Fasching
....
Aber noch nie so eine richtige Hose, die ich auch so im Alltag auf der Straße anziehen würde.
 
 
 
Wie? Ihr denkt jetzt bestimmt, dass ich mit der Glücksklee Hose auf die Straße gehe...Nein, keine Angst. So schlimm ist es bei mir nicht. Natürlich ist auch das hier eine Schlafanzughose, die ich vornehmlich trage, wenn ich mich in die Federn kuschel. Außer mir muss wohl nur meine Familie den Anblick ertragen.
 
 
Ich habe hier eine Pyjamahose genäht, eine Bequemhose, eine wie auch immer sie heißen soll Hose. Aber das Schnittmuster ist eigentlich gedacht für einen Jumpsuit, sommerlich leicht und luftig. Zum schnell Reinschlüpfen für die warmen Tage, einfach so zum bequemen Überwerfen am Strand und trotzdem cool aussehen.
 
Es ist das Schnittmuster Julika von Danie aka prülla. Aber Julika ist mehr als ein Jumpsuit. Julika ist auch ein tolles Top, eine super kurze Sommerhose, ein tolle lange Hose, eine Jogginghose, eine Schlafanzughose, aber auch definitiv ein Hosenschnitt, der, kombiniert mit dem richtigen Stoff, alltagstauglich oder sogar edel sein kann. Ihr könnt aus dem einen Schnittmuster alles für euch erdenkliche zaubern und immer wieder neu kombinieren und gestalten.
 
 
Und für mich war es quasi auch mit eine Initialzündung, denn ich habe jetzt beschlossen, ich wage mich auch an das Hosen nähen. Ich habe Vertrauen und Zuversicht gefasst, auch mal in selbstgenähte Beinkleider zu investieren, sowohl Zeit und Stoff, als auch Herzblut und Ausdauer (falls das mal nicht mehr so erscheinen sollte, erinnert mich bitte daran).
 
 
Der Hosenschnitt der Julika besticht mit Kellerfalten, die am Bund angesetzt sind, aber weder das Grauen der frühen Bundfalten hervorrufen, noch in irgendeiner anderen Art und Weise auftragen. Und ich kann das mit Fug und Recht behaupten, denn auch Frauen mit weiblicheren Rundungen und vielleicht etwas kräftigeren Oberschenkeln (so wie ich) können sich hier ruhig mal an das Schnittmuster herantrauen. Zwei seitliche Eingriffstaschen runden das Ganze ab.
 
 
Und natürlich gab es zu der Schlafanzughose auch ein passendes Oberteil, hier eine "Frau Karla" von Fritzi und Schnittreif, versehen mit einem wunderbaren meerweh-Plott, den mir die liebe Dominique (kreamino) geschenkt hat. Den Plott gibt es jetzt übrigens kostenlos als Download im Stoffbüro.
 
Also, da kann es doch auch nur mit den guten Träumen klappen, oder? Bei so viel Glücksklee um mich herum und der Sehnsucht nach dem Meer auf der Schulter, schlafe ich jetzt immer hervorragend.
 
Liebe Grüße, Eure Kirsten
 
 
Hose: Julika von Prülla (wurde mir im Rahmen eines Probenähens zur Verfügung gestellt)  aus einem Jersey von bygraziela genäht in Größe 42, im Bund um 2 cm verlängert;
Schnitt Shirt: "Frau Karla" von Fritzi Schnittreif aus einem dunkelgrauen Viskosejersey;
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